Trends, Tipps und Einblicke für Anleger und Sparer

Was ist sinnvoller: Einen bestehenden Kredit tilgen oder sparen?
Was ist sinnvoller: Einen bestehenden Kredit tilgen oder sparen?
Fast jeder Verbraucher hat in der heutigen Zeit einen Kredit. Es gibt zahlreiche Gründe für eine Kreditaufnahme. Häufig ist es die Finanzierung eines neuen Autos, die ein Darlehen erforderlich macht. Manchmal sind es aber auch einfach unvorhergesehene Anschaffungen oder Reparaturen, die finanziert werden müssen. Während der Rückzahlungsphase des Kredits kann es dazu kommen, dass Darlehensnehmer am Monatsende Geld übrig haben. Dann stellt sich natürlich die Frage, ob mit dem Geld der Kredit getilgt oder ein Sparplan eröffnet werden sollte. Wir klären daher in diesem Artikel, ob es sinnvoll ist, erst den Kredit zurückzuzahlen oder Alternativ zur Darlehenstilgung zu sparen. Kredit tilgen oder lieber das Geld anlegen und Vermögen aufbauen? Häufig wird die Darlehensrate so kalkuliert, dass sie aus dem zur Verfügung stehenden monatlichen Einkommen ohne Probleme geleistet werden kann. Kommt es dann jedoch zu einer Gehaltserhöhung oder fallen Fixkosten weg, wird plötzlich Geld frei, das verwendet werden kann. Hier stellt sich die Frage, ob damit Vermögen aufgebaut oder der Kredit getilgt werden sollte. Wir wollen diese Frage erst aus mathematischer und dann aus emotionaler Sicht beantworten. Ein mathematisches Beispiel verdeutlicht, wann welche Vorgehensweise sinnvoller ist. Wir gehen davon aus, dass unser beispielhafter Darlehensnehmer einen Kredit mit einem Zinssatz in Höhe von 5 % zurückzahlt. Für diesen Kreditnehmer ist es nur dann sinnvoller, das zur Verfügung stehende Geld für die Tilgung zu nutzen, wenn er für eine alternative Geldanlage keine 5 % Rendite erwirtschaftet. Schafft es der Darlehensnehmer, eine Rendite von 5,01 % oder mehr zu erwirtschaften, wäre es sinnvoller, einen Sparplan anzulegen. Wo aber bekommt man heute noch eine Rendite von 5 % nach Steuern? Die Antwort ist einfach und ebenfalls mathematisch belegt. Wer die zur Verfügung stehenden Anlagemöglichkeiten nutzt, einen weltweit gestreuten Fondssparplan anlegt und diesen über 20 Jahre bespart, bekommt eine Verzinsung von statistisch 8 % pro Jahr. Dabei spielt es keine Rolle, wann der Anleger mit der Besparung beginnt. Auch ein breit diversifiziertes Aktiendepot generiert statistisch über eine lange Laufzeit eine Rendite von ca. 8 % pro Jahr. Gute Anleger erzielen sogar weit höhere Renditen. Diese Anlageformen eignen sich natürlich nur für Verbraucher, die einen langen Anlagehorizont haben. Die aufgeführten Daten sind statistisch nachgewiesen. Zu bedenken gilt, dass sie auf Vergangenheitswerten beruhen und nicht zwangsläufig auf die Zukunft übertragen werden können. Es gibt jedoch zahlreiche Sparmöglichkeiten im Bereich der Fonds und Aktien, um die dargestellten Renditen zu generieren. Aus emotionaler Sicht: lieber den Kredit tilgen oder sparen? Aus emotionaler Sicht lässt sich die Ausgangsfrage einfacher und klarer beantworten. Es ist nämlich stets motivierender, Vermögen aufzubauen und gleichzeitig einen Kredit zurückzuzahlen. Wer als Darlehensnehmer zuerst seinen ganzen Kredit tilgt, hat danach keine Schulden, aber auch kein Vermögen. Es ist somit kein Fortschritt beim Kapitalaufbau erkennbar. Wer gleichzeitig tilgt und spart, reduziert seine Schulden und schafft Vermögen. Der Sparer sieht also einen Fortschritt und ist motiviert, weiteres Vermögen aufzubauen. Daher sollte aus emotionaler Sicht, unabhängig von der erzielbaren Rendite, Geld in den Vermögensaufbau investiert werden.
13 Möglichkeiten und Tipps um in 2020 Geld zu sparen
13 Möglichkeiten und Tipps um in 2021 Geld zu sparen
Sei es bei den Lebenshaltungskosten oder zur Bildung von Rücklagen: Jeder will sparen. Die meisten versuchen, ihre täglichen Ausgaben zu minimieren, ohne dabei ihr wahres Sparpotenzial zu kennen. Kartenzahlung oder Bezahlung per Überweisung fallen kaum als Ausgaben auf, bis der Blick auf den Kontoauszug fällt. Ist schon wieder zu viel Monat übrig am Ende des Geldes? Hier finden Sie 13 Spartipps, die Sie Ihrem Sparziel näher bringen. 1. Einnahmen und Ausgaben dokumentieren Wer sparen will, verschafft sich zunächst einen genauen Überblick über die Finanzen. Listen Sie alle Einnahmen auf, die Ihnen im Jahr zufließen. Das ist das Einkommen aus Erwerbstätigkeit, aber auch Erträge aus Vermietung oder Zinsen. Stellen Sie den Einkünften die Fixkosten gegenüber, also Ausgaben für Miete, Leasing, Lebenshaltung, Versicherungen und mehr. Beachten Sie, dass nicht alle Ausgaben monatlich anfallen. Im Januar fallen zum Beispiel verschiedene Versicherungsbeiträge an und belasten die Kasse. Vervollständigen Sie die Dokumentation um die Ausgaben, die den fixen Kosten nicht zuzuordnen sind. So erfahren Sie, wie viel Geld Sie in Coffee to go investieren oder ob sich Sparpotenzial bei der Zahl der Restaurantbesuche ergibt. Führen Sie die Dokumentation einige Monate fort, um Veränderungen zu erkennen. 2. Steuern sparen Die Abgabe der Einkommensteuererklärung ist nur für einige Berufsgruppen wie Selbstständige zwingend vorgeschrieben. Erwerbstätige verzichten häufig darauf, die Einkommensteuerklärung abzugeben und verschenken dabei bares Geld: Durchschnittlich zahlt das Finanzamt aus der eingenommenen Lohnsteuer Beträge im vierstelligen Bereich an den Steuerschuldner zurück. Grund dafür sind Pauschalen, die der Arbeitgeber bei der Berechnung der Lohnsteuer unberücksichtigt lässt. Beispiel Werbekosten: Hier sieht der Gesetzgeber eine Pauschale von € 1.000 vor. Wer also weniger Geld für berufliche Aufwendungen einsetzt, profitiert von dem Pauschbetrag. Doch auch derjenige, der mit der Pauschale nicht auskommt und zum Beispiel Ausgaben in Höhe von € 1.500 verzeichnet, kann den Betrag angeben, wenn Belege vorliegen. Außerdem fördert der Staat die Beschäftigung von Handwerkern und Haushaltshilfen, indem er von der berechneten Steuerschuld 20 % abzieht. Das kommt übrigens auch für Mieter infrage. In der Nebenkostenabrechnung gibt der Vermieter die Kosten für Gartenpflege, Treppenhausreinigung oder den Hausmeisterservice an. 3. Kredite und Schulden begleichen Zinsen auf geliehenes Geld sind in fast jedem Fall höher als die Kapitalerträge auf Guthaben. Sie sparen effektiv, wenn Sie zuerst Kredite tilgen und Schulden begleichen. Sogar eine Umschuldung kann sich positiv auswirken. Davon profitieren meist alte Kreditverträge, die noch recht teuer waren für den Kreditnehmer. Neue Darlehn sind in Zeiten von Niedrigzins meist günstiger. Informieren Sie sich bei Ihrem Kreditinstitut, ob ein vorzeitiges Ablösen des Kredits möglich ist und wie viel Geld Sie dadurch effektiv sparen. 4. Kredite und Schulden konsolidieren und refinanzieren Konsolidierung im Bankenwesen beschreibt das Zusammenfassen einzelner Kredite zu einem neuen. Der Vorteil für Schuldner liegt einerseits darin, dass sie statt zahlreicher Raten an verschiedene Gläubiger nur noch eine Rate an das Kreditinstitut zurückzahlen. Das erleichtert die Übersicht über die Finanzen. Oft verbinden Sie mit der Konsolidierung von Krediten und Schulden bessere Konditionen oder die Umschuldung sichert die Liquidität. Verbraucherkredite, die sich summieren, führen oft zu finanziellen Engpässen. Bei der Konsolidierung von Altkrediten nehmen Schuldner einen neuen Kredit auf, mit dem sie die Restschuld aus den alten Kreditverträgen ausgleichen. Statt mehrerer Raten fällt jetzt nur noch eine an. Vereinbaren Sie mit Ihrem Geldinstitut gegebenenfalls eine längere Laufzeit des Kredits, um die Höhe der Ratenzahlung an das Einkommen anzupassen. 5. Kontoführungs- und Bankgebühren sparen Die Niedrigzinspolitik der EZB stellt nicht nur Sparer vor große Herausforderungen. Auch für die Banken wird es zunehmend schwer, Einnahmen zu generieren. Ein dichtes Filialnetz ist ein enormer Kostentreiber. Um Kunden trotzdem an das Geldinstitut zu binden, bieten Banken und Sparkassen häufig Zusatzleistungen zu den Kontoführungsgebühren an. Ein Wechsel empfiehlt sich immer dann, wenn Sie diese Leistungen nicht in Anspruch nehmen. Anstelle von überall erreichbaren Filialen reicht Ihnen vermutlich ein dichtes Netz aus Bankautomaten. Sehen Sie sich die Konditionen der neuen Bank vor dem Kontoumzug genau an. Selbst beim kostenlosen Girokonto entstehen Gebühren für banktypische Leistungen wie Überweisungen. Oft ist die Nutzung von Online-Banking günstiger. Das Sparpotenzial ist beachtlich, richtet sich aber auch nach der individuellen Nutzung. 6. Mobilfunk/DSL/Telefonvertrag wechseln Es ist so einfach: ein Anbieter, eine Rechnung und alle Leistungen der modernen Kommunikation aus einer Hand. Klingt gut, ist aber nicht in jedem Fall die günstigste Variante. Mobilfunkverträge sind häufig komfortabel dimensioniert, übersteigen aber die tatsächliche Nutzung. Zusatzleistungen schlagen extrem teuer zu Buche. Der Verbraucher setzt zu. Die Rufnummernmitnahme erleichtert einen Wechsel und oft locken Anbieter mit besonders günstigen Konditionen für Neukunden. Untersuchen Sie, ob Sie damit besser fahren. Das gilt auch für den Wechsel des DSL- und Telefonvertrags. Prüfen Sie in beiden Fällen im Vorfeld, ob die Netzverfügbarkeit des neuen Anbieters zu Ihren Anforderungen passt. 7. Stromanbieter wechseln Netzentgelte und weitere Abgaben machen den Löwenanteil der Stromrechnung aus. Auf den Strompreis inklusive Service entfällt nur ein geringer Teil der Kosten auf der Stromrechnung. Genau dort haben Stromlieferanten Spielraum und es lohnt sich der Vergleich. Erkundigen Sie sich gern bei Ihrem Vermieter, ob ein Gemeinschaftsvertrag mit einem Zulieferer besteht, dem Sie beitreten. Große Wohnungsbaugesellschaften handeln mit den Versorgern im Energiesektor eigene Verträge aus. Den Stromanbieter zu wechseln ist auch die ideale Gelegenheit, auf die Herkunft des Stroms zu achten. Der Preisunterschied von Ökostrom im Vergleich zum konventionellen Energiemix ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken und in manchen Fällen gleichauf mit dem des Grundversorgers. 8. Beim Shopping Geld mit Anbietern sparen Die Rabattmarken der Elterngeneration heißen heute Gutscheine oder Cashback. Hier treffen Sparmöglichkeiten und moderne Kommunikation aufeinander. Bis zu 15 % vom Kaufpreis erhalten angemeldete Nutzer von Shoop zurück, einem der bekannteren Cashback-Portale. Dazu kommen aktuelle Angebote. Das lohnt sich für jeden, der in den angeschlossenen Shops einkauft. Tipp: Investieren Sie das Geld sofort in Ihre Sparstrategie, statt es auf das Girokonto zu transferieren. Sonst lohnt die Suche nach Gutscheinen beim Online-Shopping oder die Teilnahme an Punktesammelsystemen wie Playback. 9. Durch Tankapps beim Tanken sparen Sie kennen es: Gerade den Wagen vollgetankt und an der Tankstelle um die nächste Ecke lacht ein deutlich niedriger Preis. Ärgerlich, aber vermeidbar mit Tankapps. Deren Preisangaben stammen im besten Fall von der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe. Abhängig vom Standort erhalten Sie aktuelle Preisinformationen der umliegenden Tankstellen in den gängigen Kraftstoffarten sowie Standortangaben von Ladestationen für E-Mobile. Zusätzliche Features geben Alarm, wenn der Preis einen vom Nutzer festgelegten Wert erreicht. Mithilfe von KI sagen hervorragende Tankapps voraus, ob es sich auszahlt, mit der Tankfüllung zu warten oder ob die Einsparmöglichkeiten jetzt am größten sind. Diese Option ist zumindest so lange lohnenswert, wie noch genügend Treibstoff im Tank ist, rentiert sich aber insgesamt. 10. Mit Sparapps automatisch sparen Sparapps beleuchten das Ausgabenverhalten oder schaffen effektiv Rücklagen. Apps, die beim Onlinekauf den günstigsten Preis ermitteln, gehören schon lange zum Rüstzeug der Sparfüchse. Ihre Ausgabe optimieren mit der App Finanzguru. Finanzguru durchleuchtet gleich mehrere Konten in einer App. So stellt die App zum Beispiel Versicherungen und kostenpflichtige Verträge fest, erinnert an Kündigungsfristen und schlägt günstigere Anbieter vor wenn vorhanden. Mit Sparapps von Banken sparen Sie durch Aufrunden des Betrags bei jeder Überweisung von oder auf das Girokonto. Es fallen zwar nur Centbeträge an, doch die summieren sich auf einem Sparkonto. Mit einem virtuellen Konto arbeitet auch Savedroid. Mit einem virtuellen Konto arbeitet auch Savedroid. So sparen Sie Geld mit der App: Legen Sie nach eigenen Regeln Geld zurück, indem Sie zum Beispiel festlegen, dass ein bestimmter Prozentsatz von jedem Kontozugang automatisch auf das Savedroid-Konto gelangt. Dort nutzen Sie es wie gewohnt. Dort nutzen Sie es wie gewohnt. 11. Versicherungen für Haushalt und Auto wechseln Wer seine laufenden Verträge nicht durch eine App überprüft, wirft selbst einen kritischen Blick darauf. Oft bestehen Versicherungen doppelt, weil Leistungen in mehr als einem Versicherungsvertrag inbegriffen sind. Hier helfen ein Vergleich der vorliegenden Verträge und gegebenenfalls die Kündigung. Unverzichtbare Versicherungen bietet ein alternativer Anbieter möglicherweise günstiger oder zu besseren Konditionen an. Die Veränderung der Lebensumstände kann ebenfalls dazu führen, dass verzichtbare Verträge laufen, aber bestimmte Risiken dennoch ungedeckt sind. Dann rentiert sich vor dem Wechsel der Preisvergleich bei verschiedenen Anbietern. 12. Mit Scondoo im Supermarkt sparen Der Lebensmitteleinkauf ist günstiger, wenn Sie die aktuellen Angebote beachten. Besonders Familien sparen häufig mit dem Wocheneinkauf, statt den Einkauf täglich zu organisieren. Mit der Cashback App Scondoo erhalten Sie bei zahlreichen teilnehmenden Discountern und Drogerien nach dem Einkauf bares Geld zurück. Ganz einfach Kassenbon fotografieren, hochladen und richtig sparen. In der App sehen Sie, welche Supermärkte und Drogerien mitmachen und welche Aktionen gerade laufen. Zusätzlich blättern Sie in den aktuellen Angebotsprospekten aller angeschlossenen Unternehmen. Wer die App zur Planung des Wocheneinkaufs nutzt, spart maximal. 13. Geld sparen beim Geldtransfer Geldtransfer ins Ausland kann richtig teuer sein. Welche Kosten anfallen, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Der Transfer von Bargeld und die Abbuchung vom Konto des Absenders zählen dazu, genau wie die Frage, ob der Empfänger das Geld in bar oder auf sein Konto erhält. Ist eine Währungsumrechnung erforderlich, kommt es darauf an, in welchem Land diese stattfindet. Apropos Land: Auch woher und wohin das Geld fließt, entscheidet über die Kosten. Da die Feststellung im Einzelfall und bei wechselnden Empfängern sehr mühselig ist, empfiehlt die Verbraucherzentrale das Vergleichsportal Geldtransfair, welches die Kosten für Überweisungen in aktuell 25 Länder und bei 20 Banken vergleicht. Wenn Sie erfahren möchten, wie Sie ihr gespartes Geld richtig anlegen, empfehlen wir unser Formular:
Geld anlegen: Wie gelingt eine gute Rendite?
Geld anlegen: Wie gelingt eine gute Rendite?
Welche Geldanlagemöglichkeiten sind in Deutschland beliebt? Deutsche Verbraucher stehen vor einem Problem. Niedrige Zinsen machen das Sparen geradezu unmöglich, denn die Inflation lässt den Wert des Sparkapitals real sinken. Aktuell setzen viele Sparer auf „Betongold“. Schließlich sind auch die Zinssätze für Baufinanzierungen niedrig. Doch das Eigenheim kann nicht für alle die Lösung sein. Sind Sie auch ratlos, wie Sie Kapital ansparen oder für das Alter vorsorgen sollen? Wir zeigen Ihnen hier, wie die Deutschen sparen und warum sie im Vergleich zu anderen Nationen so konservativ sind. Außerdem erfahren Sie, wie sich die Zinsen entwickeln werden und welche Strategien Ihnen bei der Geldanlage helfen. Welche Prioritäten werden bei der Geldanlage gesetzt? Während der Industrialisierung entstanden in Deutschland vergleichsweise schnell umfassende soziale Sicherungssysteme. Es gab Krankenkassen, Rentenkassen und Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit. Aktien waren etwas für die Reichen, die sich Verluste leisten konnten. Es entstand früh eine Kultur der Absicherung, die über günstige Monatsbeiträge eine hohe und planbare Sicherheit bot. Dieses Verhalten ist bis heute weit verbreitet. Zwar hat Tagesgeld das Sparbuch abgelöst, Lebens- oder Rentenversicherungen sind oft fondsbasiert, aber generell bevorzugen die Deutschen sichere und gewohnte Anlageformen. Sicherlich wünschen sich die meisten Anleger mehr Rendite, aber sie sind kaum bereit, Risiken einzugehen. Wie beliebt sind Aktien als Anlagemöglichkeit? 1996 läutete die Telekom eine Wende im deutschen Anlegerverhalten ein. Der Telekommunikationskonzern ging an die Börse und startete einen beispiellosen Werbefeldzug. Der beliebte Schauspieler Manfred Krug erklärte die „Volksaktie“, die laut damaliger Aussagen „so sicher sei wie eine vererbbare Rente“. Spätestens mit der Finanzkrise 2002 ist der Traum Tausender deutscher Kleinanleger geplatzt, der Aktienkurs fiel ins Bodenlose. Damit war die deutsche Aktieneuphorie Geschichte und bis heute trauen sich nur wenige Verbraucher, Aktien zu kaufen. Bietet das Eigenheim einen Ausweg? In den letzten Jahren profitieren Verbraucher von historisch niedrigen Zinsen bei der Baufinanzierung. Das hat deutliche Folgen: In begehrten Regionen steigen die Immobilienpreise massiv und auch der Neubau wird immer teurer. Bestandsobjekte, Bauland und Handwerker werden knapp. Doch es gibt auch die Kehrseite der Medaille: In schrumpfenden Regionen wie der Eifel sind gut instand gehaltene Eigenheime zu Niedrigpreisen zu haben. Die bisherigen Besitzer erzielen mit dem Verkauf keine Rendite, mit Zinsen und Nebenkosten haben diese mehr bezahlt, als sie jetzt erhoffen können. Der demografische Wandel hat Folgen Die deutsche Gesellschaft altert. Dieser Trend wird sich verschärfen, wenn in den nächsten Jahren die Generation der Baby-Boomer in das Seniorenalter kommt. Aktuell stehen 100 Einwohner zwischen 20 und 60 Jahren 50 Älteren gegenüber. In 20 Jahren werden es 100 Junge und 70 Ältere sein. Dazu kommt, dass der Immobilienbesitz in Deutschland zu 57 Prozent im Besitz der Generation 55+ liegt. In den kommenden zwei Jahrzehnten werden sich ganze Siedlungen und Stadtteile verändern, weil die ältere Generation auszieht oder verstirbt. In vielen Regionen wird es schwer, Interessenten für diese Häuser und Eigentumswohnungen zu finden. Immobilien mit Bedacht auswählen Denken Sie darüber nach, den niedrigen Zinsen auszuweichen, indem Sie in eine Immobilie investieren? Dann wählen Sie das Objekt sehr gründlich aus. Denn die Lage hat einen großen Einfluss, ob Sie dort im Alter angenehm mietfrei wohnen und wie sich der Wiederverkaufspreis entwickelt. Als Faustregel gilt: Schließt die Schule, stirbt das Dorf. Denn ohne Betreuungseinrichtungen und Schulen für die Kleinsten verlieren die Orte an Attraktivität für Familien. Sie ziehen woanders hin. Durch den fehlenden Nachwuchs schwindet schrittweise die Infrastruktur. Der Bäcker schließt, der nächste Hausarzt ist kilometerweit entfernt, die Buslinie wird nur dreimal täglich bedient und selbst der Geldautomat wird abgebaut. Diese Entwicklungen machen das Leben schwer und die Immobilienpreise sinken. Ähnliche Auswirkungen zeigen sich in Stadtteilen, die durch den demografischen Wandel abgehängt werden. Nur gibt es hier lange keinen Leerstand, sondern es entstehen soziale Brennpunkte. Wie entwickeln sich voraussichtlich die Sparzinsen weiter? Aktuell fällt es leicht, der Europäischen Zentralbank (EZB) mit ihrer Niedrigzinspolitik den Schwarzen Peter zuzuschieben. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen allerdings deutlich, dass in alternden Gesellschaften die Zinsen sinken. Erwarten Menschen eine lange und zum Teil selbst zu finanzierende Rentenzeit, sparen sie. Schließlich benötigen Sie im Alter Rücklagen, um die niedrigen Renten aufzubessern. Und ohne viele junge Beitragszahler sind keine hohen Renten zu erwarten. Viele Sparer führen allerdings zu niedrigen Zinsen. Gleichzeitig gibt es weniger Jüngere, die Kredite für Immobilien oder die Unternehmensgründung benötigen, was ebenfalls die Zinsen sinken lässt. Experten können diese Effekte nicht nur im Modell berechnen, sie lassen sich auch an aktuell alternden Gesellschaften in der Realität nachweisen. Welche Auswirkungen hat das Zinstief? Während für Menschen mit genügend Einkommen und dem passenden Lebensmittelpunkt eine eigene Immobilie einen Ausweg bieten kann, sieht es für alle anderen schlecht aus. Wer in der falschen Region verwurzelt ist oder ein geringes Einkommen hat, kann nur Geld anlegen. Dabei steht bis heute für deutsche Verbraucher die Sicherheit ganz vorn. Deutsche legen das Geld eher langfristig fest, eine schnelle Verfügbarkeit spielt eine untergeordnete Rolle. Die Rendite ist kaum wichtig und wird vollkommen vom Sicherheitsaspekt überlagert. Aber welche Möglichkeiten bleiben dann? Tages- und Festgeld hat dem Sparbuch zwar den Rang abgelaufen, aber die Zinsen liegen unterhalb der Inflation. Damit schrumpft das Kapital über die Jahre und verliert an Wert. Aktien erfordern ein nennenswertes Startkapital und die Aneignung von Wissen. Die Lebens- und Rentenversicherungen hängen ebenfalls von der Entwicklung der Zinsen ab und bieten kaum Rendite. Trotzdem gibt es Auswege. Welche Vorteile bietet das Fondssparen und was ist dabei zu beachten? Langfristig auf 20 oder 30 Jahre gesehen bieten Aktien die besten Renditen. Zwar sind die Schwankungen in dieser Zeitspanne groß, aber bisher gleichen sich diese immer aus und führen in der Gesamtbilanz zu einem Plus von rund sechs Prozent. Beim Fondssparen genießen Sie viele Vorteile. Der Fonds weist eine breite Streuung an verschiedenen Aktien auf. Sie selbst müssen sich nicht mit den Kursen auseinandersetzen, Ihre Sparrate wird automatisch verteilt. Dazu ist der Einstieg bereits mit kleinen Beträgen möglich. Viele Anbieter akzeptieren Sparraten von 25 oder 50 Euro monatlich, nach oben gibt es keine Grenze. Experten raten bei Aktien zu einer starken Diversifikation. Wer nur auf ein Unternehmen setzt, geht wie damals die Telekom-Aktionäre ein hohes Risiko kein. Verteilen Sie dagegen Ihr Vermögen auf viele verschiedene Unternehmen in unterschiedlichen Branchen, reduzieren Sie das Risiko. Für Normalverdiener ist es schwer, eine Vielfalt an Aktien zu kaufen. In einem Fonds profitieren Sie auch mit kleinen Anteilen und Sparraten von einer großen Auswahl. Wonach richtet sich die Auswahl des richtigen Anbieters? Die niedrigen Zinsen setzen auch den Banken und Finanzdienstleistern zu. Zwar ist es immer noch leicht, Anbieter ohne Depotgebühren zu finden. Allerdings erheben mittlerweile alle Unternehmen Transaktionsgebühren. Angebote mit zeitweiser Befreiung von den Gebühren sind meist wenig attraktiv. Endet der Aktionszeitraum, gehören diese Firmen meist nicht zu den günstigsten Anbietern. Zwar können Sie theoretisch das Depot wechseln, praktisch hat aber nicht jede Bank oder jeder Finanzdienstleister den gewählten Fonds im Angebot. Feste und prozentuale Transaktionskosten Bei den Transaktionskosten bestehen zwei Modelle. Entweder der Anbieter berechnet einen festen Betrag oder er behält einen prozentualen Anteil der eingezahlten Summe ein. Bei einer angenommenen Sparrate von 50 Euro monatlich wirkt sich das beispielsweise so aus: Kostet jede Transaktion einen Euro, stecken Sie zwei Prozent Ihres Anlagebetrags in Gebühren. Verlangt eine Bank dagegen Transaktionskosten in Höhe von 0,2 Prozent des Anlagebetrags, fließen lediglich zehn Cent an den Anbieter. Möchten Sie dagegen regelmäßig deutlich höhere Summen einzahlen, kann sich der Festbetrag für Sie lohnen. Rechnen Sie vor dem Abschluss eines Vertrags die verschiedenen Optionen durch und wählen Sie das für Ihre Situation günstigste Modell. Übrigens gibt es einige Anbieter, die das Depot kostenfrei führen, wenn mindestens einmal pro Quartal Geld eingeht. Bei feststehenden Gebühren ist es ratsam, die Sparraten zu sammeln und einmal alle drei Monate einzuzahlen. Ist sinnvolles Sparen im Zinstief möglich? Um ausreichend Kapital zu bilden, ist es sinnvoll, viel zu sparen. Setzen Sie nicht nur auf eine Immobilie, Rentenversicherung, Aktie oder Fondssparen. Verteilen Sie Ihre Geldanlagen, um für die ungewisse Zukunft gerüstet zu sein. Um die richtige Verteilung zu finden, ist es empfehlenswert, das Fachwissen eines Profis zu benutzen. Ein Finanz- oder Vermögensberater analysiert mit Ihnen Ihre aktuelle Situation und zeigt Ihnen die geeigneten Möglichkeiten zur Geldanlage auf. Fazit: Mit dem richtigen Vorgehen ist es auch heute möglich, auf Sicherheit zu setzen und eine angemessene Rendite zu erzielen.
So finden Sie einen passenden Finanzberater
So finden Sie einen passenden Finanzberater
Ein Finanzberater unterstützt Sie bei allen Fragen rund um Finanzen, Versicherungen und Vorsorge. Erfahren Sie hier, warum das empfehlenswert ist. Wie kümmern Sie sich um Ihre Finanzen, Geldanlagen, Versicherungen und die Vorsorge? Nehmen Sie alles selbst in die Hand? Oder holen Sie sich Unterstützung und Beratung bei verschiedenen Anbietern wie Banken und Versicherungen? Fachleute empfehlen, mit einem Finanzberater zusammenzuarbeiten. So erhalten Sie eine qualifizierte und maßgeschneiderte Beratung von einem Fachmann, der Ihre gesamte persönliche Situation und alle Themenbereiche überblickt. Welche Vorteile ein professioneller Finanzberater bietet und warum sich der Einsatz lohnt, erfahren Sie hier. Warum ist die Finanzberatung sinnvoll? Niedrige Zinsen haben den Kapitalmarkt geradezu umgekrempelt. Während früher das Sparbuch bzw. dessen Nachfolger Tages- oder Festgeld zumindest Zinsen über der Inflationsrate abgeworfen hat und kapitalbildende Lebens- und private Rentenversicherungen für die Altersvorsorge ausgereicht haben, funktionieren diese Lösungen nun nicht mehr. Klassische Produkte zur Vorsorge bieten heute Zinsen, die hinter der Inflation zurückbleiben. Damit verliert das Ersparte an Wert. Den meisten Verbrauchern fällt es schwer, geeignete Alternativen zu finden. Denn das Sicherheitsbedürfnis der deutschen Anleger ist groß. Ein Finanzberater zeigt Ihnen die Möglichkeiten auf und schlägt Ihnen Lösungen vor, die Ihrer persönlichen Risikobereitschaft entsprechen und eine angemessene Rendite erzielen. Fazit: Ein Finanzberater ist empfehlenswert für Einsteiger und Erfahrene. Denn er analysiert Ihre aktuelle finanzielle Situation und zeigt Ihnen Lücken in der Vorsorge und Möglichkeiten zur Kapitalanlage auf, die Ihren persönlichen Wünschen und Vorstellungen entsprechen. Sie erhalten wertvolle Informationen und Impulse für Ihre Entscheidungsfindung. Was macht ein Finanzberater? Ein Finanzberater arbeitet selbstständig oder angestellt und berät seine Kunden in den Bereichen Finanzen, Geldanlage, Vorsorge und Versicherungen. Die Tätigkeit vereint die Aufgabenbereiche eines Versicherungs-, Anlage-, Vorsorge- und Finanzierungsberaters. Als persönlicher Ansprechpartner versorgt der Finanzberater Sie mit allen wichtigen Informationen und legt Ihnen individuell zugeschnittene Lösungen für alle genannten Bereiche vor. Damit sind Sie in der Lage, eigenverantwortlich und informiert eine Entscheidung über Ihre Finanzen und Ihre Vorsorge zu treffen. Viele Finanzberater benutzen auch die alternative Bezeichnung Vermögensberater. Welche Voraussetzungen muss ein Finanzberater erfüllen? Die Bezeichnung Finanzberater ist ebenso wie der Begriff Vermögensverwalter nicht gesetzlich geschützt. Trotzdem darf nicht jeder diese Tätigkeit ausüben. Sowohl die Vermittlung von Versicherungen als auch die Darlehens- und Anlagevermittlung fällt unter die genehmigungspflichtigen Gewerbe. Bevor ein Finanzberater seine Tätigkeit aufnehmen kann, muss er die entsprechende Erlaubnis beantragen und seine Eignung nachweisen. Welche Voraussetzungen dafür gelten, hängt vom Umfang der geplanten Beratung ab. Für wen ist die Finanzberatung geeignet? Viele Verbraucher assoziieren Finanzberater mit großen Vermögen und denken, dass das Angebot sich nicht an sie richtet. Das ist ein Trugschluss. Die Beratung lohnt sich für jedes Alter und für jede Einkommensstufe. Studierende erfahren, wie sie mit kleinen Summen bereits während der Ausbildung Kapital für einen späteren Hausbau oder ein eigenes Gewerbe aufbauen können. Alleinerziehende mit geringem Einkommen wegen Teilzeit und langen Kindererziehungszeiten erhalten Informationen, wie sich mit staatlich geförderter Rente und der passenden Kapitalanlage eine sinnvolle Altersvorsorge aufbauen lässt. Ebenso unterstützt Sie ein Finanzberater dabei, den Traum vom eigenen Haus zu verwirklichen. Er steht Ihnen zur Seite, um das nötige Eigenkapital anzusparen und dann die richtige Finanzierung zu finden. Welche Dienstleistungen bieten Finanzberater an? Finanzberater sind die Spezialisten für Finanzen, Versicherungen und Vorsorge. Entsprechend umfangreich ist das Leistungsangebot eines typischen Finanzberaters. Hier erhalten Sie einen Überblick: Im Segment Finanzen unterstützt Sie der Berater mit seiner Expertise sowohl beim Vermögensaufbau als auch bei der Umsetzung großer Projekte wie dem Kauf oder Bau eines Eigenheims oder der Unternehmensgründung mit den passenden Darlehen. Er ist der richtige Ansprechpartner für die private und betriebliche Altersvorsorge, hilft Ihnen, Vermögen entsprechend Ihrer Risikobereitschaft anzulegen oder das nötige Kapital für Ihren Traum anzusparen. Als Fachmann im Versicherungsbereich ermittelt er gemeinsam mit Ihnen nicht abgedeckte Risiken wie z. B. die Berufsunfähigkeit und bietet Ihnen Lösungen zur Risikominimierung an. Ebenfalls berät er Sie zu den klassischen Versicherungsprodukten zur Kapitalbildung. Von der kapitalbildenden Lebensversicherung über die klassische Rentenversicherung bis zum Bausparvertrag ist er bestens geschult. Genauso gehört die Vorsorge zu den typischen Beratungsfeldern des Finanzberaters. Ihr persönlicher Ansprechpartner unterstützt Sie dabei, für das Alter Kapital oder eine Rente aufzubauen sowie Pflegekosten abzusichern oder die Gesundheitsversorgung umfassend zu gestalten. Als Kenner der Materie steht er Ihnen jederzeit beratend zur Seite – ob es um Aktien und Fonds zur Geldanlage, Versicherungen oder Finanzierungen geht. Wo liegen die Grenzen der Beratung? Viele Entscheidungen im Bereich Geldanlage und Altersvorsorge haben auch weitreichende steuerliche Konsequenzen. Allerdings ist ein Finanzberater kein Steuerberater und auch kein Rechtsanwalt. Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass Versicherungs-, Vermögens- und Finanzberater Ihnen in steuerlichen und rechtlichen Fragen ausschließlich Auskunft geben dürfen, sofern diese Beratung in direktem Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit steht. Ein Finanzberater darf Ihnen also Informationen darüber mitteilen, welche steuerlichen Regeln für bestimmte Anlage- oder Versicherungsprodukte gelten. Eine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung ist nicht erlaubt. Lassen Sie sich bei komplexen Sachverhalten vor Abschluss eines Vertrags zusätzlich von Ihrem Steuerfachmann beraten. Wie groß ist die Produktauswahl bei einem Finanzberater? Wie viele verschiedene Alternativen ein Berater Ihnen anbieten kann, das hängt von seiner Arbeitsweise ab. Angestellte, die für eine Bank oder eine Versicherung arbeiten, dürfen Ihnen verständlicherweise nur die hauseigenen Produkte und die der Kooperationspartner anbieten. Bei den selbstständigen Finanzberatern ist die Lage weniger übersichtlich. Hier gibt es Anbieter, die wie ein Angestellter durch einen Alleinvertretungsvertrag an nur eine Bank oder Versicherung gebunden sind, und andere, die mehr oder weniger viele Kooperationspartner haben, deren Produkte sie anbieten. Ein seriöser Anbieter wird immer versuchen, aus der vorhandenen Auswahl die für Sie beste Lösung zu finden. Was kostet ein Finanzberater? Bei der Beratung rund um Versicherungen, Finanzen, Vorsorge und Darlehen gibt es verschiedene Finanzierungsmodelle. Wir stellen Ihnen die gängigsten Varianten vor. Angestellte Berater Bei einem Unternehmen angestellte Finanzberater arbeiten für Sie kostenlos. Ihre Vergütung setzt sich aus einem Grundgehalt und den Provisionen für die vermittelten Leistungen zusammen. Selbstständige Berater Bei selbstständigen Finanzberatern gibt es zwei Möglichkeiten. Die meisten Anbieter beraten Sie kostenlos und verdienen ihren Lebensunterhalt durch Provisionen, die die Kooperationspartner für vermittelte Produkte auszahlen. Mittlerweile steigt aber auch der Anteil der sogenannten Honorar-Berater. Hier bezahlen Sie für die Beratung und die Vorschläge geeigneter Lösungen. Von den Banken und Versicherungen dagegen erhält der Berater auch bei einem erfolgreichen Abschluss nichts. Sonderfall verwaltende Berater Manche Anbieter nennen sich Finanzberater, obwohl Sie eigentlich im Bereich der Vermögensverwaltung tätig sind. Das liegt daran, dass der Begriff nicht geschützt ist. Auch die Verwaltung von Vermögen ist an Auflagen und Voraussetzungen geknüpft. Ein Finanzberater, der auch die Vermögensverwaltung anbietet, berät Sie nicht nur, er trifft im vereinbarten Rahmen auch Anlage- und Versicherungsentscheidungen für Sie. Das bedeutet, dass er im von Ihnen erlaubten Umfang Vermögen umschichtet und neu anlegt oder Versicherungen in Ihrem Namen kündigt oder neu abschließt. Diese Dienstleistung steht meist nur Verbrauchern mit einem hohen Mindestvermögen von mehreren Millionen Euro zur Verfügung. Diese nutzen das Angebot, weil Ihnen z. B. der Erwerb der nötigen Kenntnisse zu anstrengend ist oder die Verwaltung des Vermögens zu viel Zeit beansprucht. Hier erfolgt die Vergütung in der Regel entweder durch einen Festbetrag oder über einen prozentualen Anteil am verwalteten Vermögen. Dazu kann ein festgelegter Satz der erwirtschafteten Rendite fällig werden. So können Sie Interessenkonflikte vermeiden Berater, die von Provisionszahlungen abhängig sind, laufen permanent Gefahr, in einen Interessenkonflikt zu geraten. Das ist nicht verwunderlich, schließlich müssen Sie jeden Monat einen gewissen Mindestumsatz erreichen, um von ihrer Arbeit leben zu können. Sie als Kunde erfahren nicht, wie viel Provision die verschiedenen Banken und Versicherungen bezahlen. Ihr Berater könnte Ihnen also weniger gute oder vergleichbare, aber teurere Angebote machen, um sich höhere Vergütungen durch die Vertragspartner zu sichern. Bei einem direkt bei einer Bank oder einer Versicherung angestellten Mitarbeiter ist diese Gefahr geringer, da die Provisionssätze für die meisten Sparten feststehen. Unseriöse Berater sind sicherlich in der Minderheit, aber diese haben bei vielen Kooperationspartnern mehr Möglichkeiten, nicht nur Ihre Belange, sondern auch die eigenen in den Fokus zu rücken. Honorar-Beratung verhindert Konflikte Besondere Sicherheit gibt Ihnen die Finanz- und Vermögensberatung gegen Honorar. Da Sie selbst für die Dienstleistung bezahlen, gibt es für den Fachmann keinen Anreiz, bestimmte Angebote zu bevorzugen. Er handelt ganz in Ihrem Sinne. Bei einer Honorarberatung ist der Ablauf ein wenig anders. Zuerst legen Sie gemeinsam den Umfang und die Themenbereiche des Gesprächs fest. Anhand dieser kalkuliert Ihr Berater den Aufwand und damit sein Honorar. Sie wissen genau, wie hoch die zu erwartenden Kosten ausfallen und Ihr Finanzexperte hat keinen Grund, Ihnen etwas zu verkaufen. Die eigentliche Beratung verläuft genau wie bereits beschrieben.
Vermögensaufbau mit Aktiv- oder Passivfonds
Vermögensaufbau mit Aktiv- oder Passivfonds
Anleger haben die Wahl zwischen Aktienfonds mit und ohne Fondsmanagement. Erfahren Sie hier, welche Chancen und Risiken die beiden Fondskonzepte aufweisen! Die anhaltend niedrigen Zinsen für Spareinlagen machen das Anlegen in Aktienfonds attraktiv: Dieses Investment eröffnet die Chance auf lohnende Renditen bei erhöhtem, aber meist überschaubarem Verlustrisiko. Vielleicht interessieren auch Sie sich für diese Anlageform, um Ihre mittel- bis langfristigen Sparziele zu erreichen. Dann stehen Sie vor der Wahl, ob Sie Anteile von aktiv gemanagten oder Passiv-Fonds kaufen sollen. Beide Fondsvarianten bieten spezifische Vor- und Nachteile. Was ist ein ETF? ETF (Exchange Traded Fund oder auf Deutsch börsengehandelter Fonds) wird als Synonym für Passivfonds verwendet. Diese Fonds spiegeln in Bezug auf ihre gewichtete Zusammensetzung einen bestimmten Börsenindikator wider. ETFs eignen sich hervorragend für Anleger, die nicht viel Zeit oder Interesse haben, sich mit den Entwicklungen an den Kapitalmärkten zu beschäftigen: Um Ihr Investment in einen Passivfonds zu kontrollieren, reicht es vollkommen aus, den zugrunde liegenden Index zu beobachten. Dagegen sind ein erhebliches zeitliches Engagement und einiges Fachwissen erforderlich, um mit einzelnen Aktien Anlageerfolge zu erzielen. Aus diesem Grund schneiden Passivfonds im Hinblick auf Transparenz ausgezeichnet ab. Welche weiteren Vorteile weisen ETFs auf? Die Zusammenstellung beziehungsweise Verwaltung von Passivfonds gestaltet sich denkbar einfach. Aufwendige Analysen des Marktes und die Überprüfung lohnender Anlagechancen sowie die laufende Überwachung des Fondsportfolios sind im Gegensatz zu Aktivfonds nicht erforderlich. Die Emittenten (Herausgeber) von Passivfonds berechnen dementsprechend niedrige Gebühren. Dies gilt sowohl für die Ausgabeaufschläge als auch für die jährlichen Verwaltungsgebühren. So verlangen zahlreiche Passivfonds keinerlei Gebühren für die Ausgabe der Anteile und stellen für die Verwaltung lediglich Kosten zwischen 0,2 und 0,5 Prozent in Rechnung. Wenn Sie dagegen aktiv gemanagte Fonds kaufen möchten, müssen Sie mit Ausgabeaufschlägen von bis zu 6 Prozent und jährlichen Verwaltungsgebühren zwischen einem und zwei Prozent rechnen. Diese Kosten mindern direkt Ihre Rendite und müssen durch höhere Wertsteigerungen des Fonds ausgeglichen werden. Auf welche Weise bilden Passivfonds einen Index ab? ETFs können einen Index direkt nachbilden, indem sie Aktien an den im Börsenbarometer enthaltenen Gesellschaften kaufen. Diese Nachbildungsmethode wird als physisch replizierende bezeichnet. Alternativ können Passivfonds die Struktur eines Index auf synthetische Weise mithilfe von Swaps kopieren. Swaps sind Finanzinstrumente, die Zahlungsströme in Abhängigkeit von bestimmten Werten (in diesem Fall von einem Aktienindex) abbilden. Die Abweichung vom Index wird mithilfe des sogenannten Tracking Errors (Nachbildungsfehler) gemessen: Je niedriger dieser Wert ausfällt, desto genauer bildet der ETF das jeweilige Börsenbarometer ab. Welche Verlustgefahren sind mit Passivfonds verbunden? Aus dem Konzept der ETFs ergibt sich unmittelbar, dass sie ausschließlich bei einer positiven Marktentwicklung zu Gewinnen führen können. Über einen ausreichend langen Betrachtungszeitraum erfüllen Aktienmärkte meistens, aber nicht immer diese Voraussetzung. In diesem Zusammenhang sollten sich kritische Anleger die verschiedenen Börsenkrisen der Vergangenheit ins Gedächtnis rufen, bei denen es zu einer gigantischen Kapitalvernichtung kam. So platzte beispielsweise im Jahr 2000 die sogenannte Dotcom-Blase. Dabei handelte es sich um eine große, durch unrealistische Spekulationen verursachte Überbewertung von Unternehmen aus der New Economy (aufstrebende Firmen, deren Geschäftsmodell auf dem Internet basierte). In Folge dieser Krise verlor der deutsche DAX (vorübergehend) gegenüber seinem Höchststand mehr als 70 Prozent an Wert. Wer auf dem Höhepunkt des Hypes Anteile an einem auf dem DAX basierenden Passivfonds gekauft hatte, machte entsprechende Verluste. Grundsätzlich erweisen sich Indexfonds als wenig empfehlenswert, wenn Anleger eine Seitwärtsbewegung (auf der Stelle tretende Kurse) oder sogar einen länger anhaltenden Abschwung erwarten. Welche Merkmale zeichnen aktiv gemanagte Fonds aus? Das Ziel der Fondsmanager besteht darin, mit ihren Anlageentscheidungen den relevanten Index zu schlagen. So versuchen beispielsweise Aktienfonds, die deutsche Blue Chips enthalten, höhere Kursgewinne als der DAX zu erreichen. Als Blue Chip oder Standardwerte bezeichnen Fachleute Aktien von bedeutenden Unternehmen, die eine hohe Marktkapitalisierung (Wert der Aktien multipliziert mit der Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien) und hohe Umsätze sowie eine starke Position in ihrem jeweiligen Absatzmarkt aufweisen. Als besonders aussichtsreich gilt die Strategie, Wachstumswerte zu kaufen, bevor diese besonders vielversprechenden Aktien in einen Index aufgenommen werden. Diese Möglichkeit steht Passivfonds nicht zur Verfügung. Mit diesen Käufen profitiert das Fondsmanagement von den Kurssprüngen, die häufig aus der Aufnahme in ein bekanntes Börsenbarometer resultieren. Welche besonderen Risiken weisen Aktivfonds auf? Nur wenn ein Aktivfonds die Entwicklung der Benchmark (Vergleichswert) in Form des relevanten Index deutlich schlägt, sind diese empfehlenswert. Dabei ist zu berücksichtigen, dass diese Fonds auch die ihren Anteilseignern berechneten Ausgabeaufschläge und Verwaltungsgebühren erwirtschaften müssen. Dies gelingt jedoch nicht in jedem Fall: Immer wieder machen Aktienfonds Schlagzeilen, die dieses Ziel deutlich verfehlen. Sie entwickeln sich schlechter als der Index. Wenn Sie Anteile an derartigen Fonds halten, erzielen Sie zum einen niedrigere Renditen, als sie Passivfonds bieten. Zum anderen zahlen Sie hohe Gebühren für diese Fonds. Für Anleger erweist es sich als relativ schwierig und aufwendig, die Zusammensetzung von aktiv gemanagten Fonds zu verfolgen. Entsprechende Informationen lassen sich über Fachmedien beschaffen, weisen jedoch regelmäßig eine Zeitverzögerung auf. Aus diesem Grund müssen Investoren großes Vertrauen in die Kompetenz des Fondsmanagements haben. Außerdem sollten Sie beachten, dass sich die Zusammensetzung und oft sogar die Strategie von aktiv gemanagten Fonds laufend ändert. Aus diesem Grund ist es nicht möglich, aus den Anlageerfolgen der Vergangenheit auf eine positive Wertentwicklung in der Zukunft zu schließen. Diese Tatsache belegen auch Misserfolge, die der legendäre Starinvestor Warren Buffet gelegentlich mit seinem Berkshire Hathaway Fonds zu verzeichnen hat. Beispielsweise konnte er im Verlauf des Jahres 2019 keine nennenswerten Gewinne verbuchen, während der Vergleichswert, der Standard & Poors 500 Index, im gleichen Zeitraum eine Wertsteigerung von deutlich mehr als 10 Prozent erreichte. Prinzipiell ist zu beachten, dass der Zielkonflikt von Rendite und Sicherheit auch für Aktivfonds gilt: Höhere Gewinne gehen bei Finanzprodukten immer mit größeren Verlustgefahren einher. Da aktiv gemanagte Fonds eine größere Wertsteigerung als der vergleichbare Index erreichen wollen, implizieren sie höhere Risiken als Passivfonds.
Nachhaltiges Investieren liegt im Trend
Nachhaltiges Investieren liegt im Trend
Mit nachhaltigen Geldanlagen unterstützen Anleger die ökologische Umorientierung der Wirtschaft. Erfahren Sie hier mehr darüber, wie auch Sie nachhaltig und umweltbewusst Geld investieren können. Nachhaltig investieren für den Schutz von Umwelt und Klima Nachhaltige Geldanlagen stehen aktuell bei vielen Sparern hoch im Kurs. Die Idee klingt für Verbraucher ausgesprochen verlockend: Geld anlegen, eine attraktive Rendite erhalten und darüber hinaus mit dem Investment Gutes für andere Menschen oder die Umwelt bewirken. Die Finanzbranche bedient die immer stärker werdende Nachfrage nach derartigen Anlagen mit verschiedenen neuartigen Produkten. Dadurch entsteht ein vielfältiges Angebot an nachhaltigen Geldanlagen, die sich für unterschiedliche Anlagehorizonte und Risikoeinstellungen eignen. Was bedeutet Nachhaltigkeit bei Finanzanlagen? Der Begriff Nachhaltigkeit bezeichnet allgemein eine Form des Wirtschaftens, mit der die existenziellen Lebensgrundlagen der kommenden Generationen nicht gefährdet werden. Außerdem soll die Einhaltung der Nachhaltigkeitsgrundsätze dazu führen, dass alle gegenwärtig lebenden Menschen weltweit die Chance auf ein auskömmliches Dasein in Frieden und frei von Ausbeutung erhalten. Diese Postulate lassen sich auf die Finanzwelt übertragen: Positiv formuliert bewirken nachhaltige Geldanlagen eine Verbesserung der Lebensverhältnisse von benachteiligten Personen und leisten einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Häufig erfolgt die Definition auch durch das Formulieren von Ausschlusskriterien: Nachhaltige Investments verzichten auf Anlagen in bestimmten Branchen und Geschäften, die als unethisch gelten. Dazu gehören beispielsweise Waffenproduktion oder -handel, Ölförderung oder Pornografie. Außerdem kommen Geldanlagen in Unternehmen nicht infrage, die Mindeststandards der Lohngerechtigkeit oder des Arbeitsschutzes nicht einhalten sowie Korruption oder Kinderarbeit dulden. Für den ethischen Zusatznutzen von Investments hat sich der Ausdruck „soziale Rendite“ etabliert. Wie identifizieren Anleger nachhaltige Finanzprodukte? Verschiedene Siegel bescheinigen Anlageprodukten Nachhaltigkeit. Sie können sich bei Ihren Anlageentscheidungen zum Beispiel am NG-Label, eam ECOreporter-Siegel oder dem Klima-Rating von Climetrics orientieren. Ein derartiges Siegel stellt jedoch keine Garantie dar, dass die Geldanlagen Ihren persönlichen Vorstellungen von Nachhaltigkeit entsprechen. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten, dass Ihr investiertes Geld tatsächlich nachhaltig verwendet wird, müssen Sie die Entwicklung Ihrer Geldanlage permanent verfolgen. Seriöse Anbieter von nachhaltigen Geldanlagen ermöglichen Ihnen diese Kontrolle durch die regelmäßige Veröffentlichung von Reports. Diese enthalten Analysen, Statistiken und andere Informationen, die den Grad des Erreichens der Nachhaltigkeitsziele aufzeigen. Nachhaltig investieren mit Fonds. Welche nachhaltigen Fonds sind verfügbar? Grundsätzlich haben Sie die Wahl zwischen klassischen Aktienfonds mit nachhaltiger Orientierung und Mikrofinanzfonds. Nachhaltige Aktienfonds stellen ihre Investments meist nach dem Ausschlussprinzip zusammen. Sie sind mit unterschiedlichen geografischen und Branchenschwerpunkten, wie zum Beispiel nachhaltige Energieerzeugung, Lateinamerika oder Öko-Landwirtschaft erhältlich. Auch Passivfonds, die einen Nachhaltigkeitsindex wie beispielsweise den Dow Jones Sustainability Index nachbilden, eignen sich für die nachhaltige Geldanlage. Die Performance vieler dieser Fonds beweist, dass die ethische Ausrichtung nicht zwangsläufig zulasten der Rendite geht. Sie weisen eine Wertentwicklung auf, die mit jener von konventionellen Aktienfonds vergleichbar ist. Auch die Risiken fallen ähnlich aus: Sollte sich der Kapitalmarkt allgemein oder im relevanten Segment negativ entwickeln, kann es zu erheblichen Verlusten kommen. In schweren Krisen oder durch ein nicht klug agierendes Fondsmanagement können sich diese auf über ein Drittel oder über die Hälfte des eingesetzten Kapitals belaufen. Dementsprechend groß fallen auch die Gewinnchancen aus. Über einen Zeitraum von wenigen Jahren können Sie mit Glück Wertzuwächse in hoher zweistelliger Prozentzahl erreichen. Wie funktionieren Mikrofinanzfonds? Diese Geldanlage stellt Kapital für Kleinkreditnehmer in Entwicklungs- und Schwellenländern wie zum Beispiel Indien, Kambodscha oder Peru zur Verfügung. Die Darlehen im Wert von umgerechnet zwei- oder kleinen dreistelligen Eurobeträgen ermöglichen es Bauern, Handwerkern und Händlern, sich eine wirtschaftliche Existenz aufzubauen. Um die Kleinkredite auszureichen, arbeiten die Fondsgesellschaften mit lokalen Kreditinstituten oder Nichtregierungsorganisationen zusammen. Die Kreditnehmer zahlen für ihre Darlehen hohe Zinsen, die in vielen Fällen über 20 Prozent liegen. Die Mikrofinanzfonds berechnen diese Zinssätze, da sie umfangreiche Verwaltungsarbeiten leisten und für ihre Anleger attraktive Renditen erzielen müssen. Dennoch geht dieses innovative Konzept in der Regel für beide Seiten auf: Die Kreditnehmer können sich mit der Anschubfinanzierung eine tragfähige eigene Existenz aufbauen. Die Investoren erhalten Zinsen, die deutlich über dem Niveau von im Euroraum verfügbaren Sparprodukten liegen. So weist der Symbiotics-Microfinance-Index, der die Rentabilität dieser Geldanlage bemisst, für die letzten fünfzehn Jahre eine durchschnittliche jährliche Verzinsung von 3,5 Prozent aus. Indem Sie auf diese Geldanlage setzen, gewinnen Sie Unabhängigkeit von den konjunkturellen Entwicklungen an den internationalen Kapitalmärkten. Die Nachfrage nach Mikrokrediten nimmt kontinuierlich zu und wird kaum durch internationale Anlagetrends beeinflusst. Wie wertvoll diese Entkoppelung ist, zeigte sich beispielsweise in der Finanzkrise des Jahres 2008/2009. Während es weltweit zu Bankenpleiten kam und konventionelle Spareinlagen gefährdet waren, traten im Mikrofinanzfonds-Bereich keine derartigen Entwicklungen auf. Welche speziellen Risiken sind mit Mikrofinanzfonds verbunden? Investoren sollten jedoch auch die Risiken durch Kreditausfälle berücksichtigen: Kann ein Kreditnehmer das ausgeliehene Geld nicht zurückzahlen, ist eine Abschreibung erforderlich. Die Ausfall- beziehungsweise Wertberichtigungsquote liegt im Durchschnitt bei unter zwei Prozent, da die Zahlungsmoral der Mikrokreditnehmer ausgesprochen hoch ist. Dagegen besteht ein ausgeprägtes Länderrisiko. Dies bezeichnet die Gefahr, dass es aufgrund politischer Unruhen, kriegerischer Auseinandersetzungen oder anderer Krisen zu einem Kreditausfall kommt. In der Vergangenheit haben verschiedene Regierungen die Abwicklung der Kreditvergabe und -rückzahlung erschwert oder unmöglich gemacht. Mikrofinanzfonds vergeben eine sehr große Anzahl an Darlehen über mehrere Partner an Kreditnehmer in verschiedenen Ländern. Damit erreichen die Fondsgesellschaften ein hohes Maß an Risikostreuung und Sicherheit. Falls Sie sich für eine Anlage in diese nachhaltigen Fonds interessieren, sollten Sie die Kündigungsfristen berücksichtigen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Aktien- oder Anleihefonds ist Ihr angelegtes Geld nicht jederzeit verfügbar. Sie müssen Ihr Engagement einige Monate im Voraus kündigen. Empfehlenswerte Mikrofinanzfonds wählen ihre Kreditnehmer mit viel Sorgfalt aus und begleiten deren Projekte kontinuierlich. Einige Fondsbetreiber organisieren sogar Reisen für ihre Kreditgeber zu den Geldempfängern, damit sich diese vor Ort selbst von der sinnvollen Verwendung ihrer Gelder überzeugen können. Inwiefern verändert der Nachhaltigkeitstrend die Anforderungen an konventionelle Anlageprodukte? Allgemein entwickeln immer mehr, insbesondere junge Anleger ein kritisches Bewusstsein in Bezug auf die Folgen ihrer Investitionen. Sie sind nicht bereit, unethische Geschäftspraktiken durch ihre Geldanlagen zu unterstützen. Aus diesem Grund achten Finanzorganisationen in verstärktem Maße darauf, dass auch ihre konventionellen Anlageprodukte unter ökologischen und moralischen Aspekten vertretbar sind. Hinzu kommt, dass immer mehr große, institutionelle Anleger wie Investmentgesellschaften, Hedgefonds-Betreiber oder Pensionskassen und Versicherungen Klima- und Umweltschutz zu einem Bewertungskriterium machen. Sie verlangen von Aktiengesellschaften, dass sie in standardisierter Form über die ökologischen Folgen ihrer geschäftlichen Aktivitäten berichten. Diese Informationen fließen in das Carbon Disclosure Project ein. Dieses Projekt wurde im Jahr 2000 als Nicht-Regierungsorganisation gegründet. Es führt jedes Jahr mithilfe von Fragebögen eine Erhebung von umweltrelevanten Unternehmensdaten durch und veröffentlicht diese anschließend. Dabei handelt es sich um die Emission von Treibhausgasen, Wasserverbrauch und die Erreichung von Zielen zur Verbrauchsreduktion von Umweltressourcen. Die großen Investoren machen Unternehmen publik, die sich diesem Projekt verweigern. Anhand dieser Listen können Sie sich ohne großen Aufwand informieren, welche Konzerne Umweltschutz ernst nehmen und bei ihrem wirtschaftlichen Handeln beachten. Auch zahlreiche Fondsmanager legen zunehmend Wert auf die Einhaltung ethischer Standards. Sie überprüfen ihre Engagements auf die Übernahme sozialer Verantwortung, die Beachtung ökologischer Richtlinien sowie Corporate Governance hin. Diese Kriterien werden mit der Abkürzung ESG (Environment Social Government) zusammengefasst. Unter Corporate Governance werden die Regeln angemessener Unternehmensführung verstanden. Sie umfassen unter anderem die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und eine transparente Kommunikation gegenüber Mitarbeitern, Lieferanten, Kunden und der allgemeinen Öffentlichkeit. Die Europäische Kommission verfolgt ehrgeizige Pläne, um den Finanzsektor mittelfristig zu mehr Nachhaltigkeit zu zwingen. Sie möchte dieses wichtige Thema zum verpflichtenden Bestandteil jeder Anlageberatung machen und ein Siegel für grüne, umweltfreundliche Aktiengesellschaften einführen. Fazit: Als ethisch orientierter und umweltbewusster Verbraucher haben Sie heute verschiedene Möglichkeiten, Ihr Geld nachhaltig anzulegen. Neben spezialisierten Aktienfonds und Mikrofinanzfonds stehen auch konventionelle Einzelaktien und Fonds zur Auswahl, vorausgesetzt, sie entsprechen den einschlägigen ökologischen und sozialen Standards.
Mehr anzeigen

Neue Anlagemöglichkeiten, Entwicklungen und Tipps direkt in Ihr Postfach

Es gelten die Datenschutzbestimmungen von CAPITAVA