So starten Berufseinsteiger mit der privaten Altersvorsorge

Autor CAPITAVA Autorenteam

Nicht zu vernachlässigen: Die private Altersvorsorge für Berufseinsteiger – Wie du noch heute starten kannst

Du hast gerade erst angefangen zu arbeiten? Glückwunsch – Der erste Job und das erste eigene Geld sind ganz besondere Erfahrungen. Doch mit den neuen finanziellen Möglichkeiten geht auch eine gesteigerte Verantwortung einher.

Obwohl der Ruhestand mit Mitte 20 noch in weiter Ferne scheint, solltest du dir so früh wie möglich Gedanken darüber machen, wie du im hohen Alter leben möchtest. Junge Menschen finden zahlreiche Ausreden, um die Altersvorsorge aufzuschieben. Doch eines ist klar: Die gesetzliche Rente wird später einmal kaum noch zur Erhaltung des eigenen Lebensstandards ausreichen. Deshalb gilt es, so früh wie möglich anzufangen.

Die gesetzliche Rente: nur eine Säule der Altersvorsorge

Obwohl sie für die meisten Menschen immer noch das einzige Einkommen im Alter darstellt, ist die gesetzliche Rente schon lange nicht mehr dazu gedacht. Wer später einmal gut leben möchte und nicht gezwungen sein will, den eigenen Lebensstandard spürbar zu reduzieren, benötigt etwa 80% des letzten Nettoeinkommens vor dem Renteneintritt. Die gesetzliche Rente macht aber schon heute nur noch 44,7% des letzten Bruttoeinkommens aus.

Ein Gedankenspiel: Kurz vor dem Ruhestand verdienst du monatlich 2500 €. Um deinen Lebensstandard aufrechterhalten zu können, würdest du nach Ansicht der meisten Experten immer noch etwa 2000€ benötigen. Deine Rentenzahlungen liegen aber – gemessen am heutigen Rentenniveau – nur bei 1.117,50€. Es entsteht eine Lücke von über 800€.

Und diese droht sich in der Zukunft noch weiter zu vergrößern: Denn nach heute bereits beschlossenen Planungen soll das Rentenniveau kontinuierlich weiter sinken. Das ist notwendig, damit die schrumpfende Zahl der Erwerbstätigen die Kostenlast zukünftig überhaupt stemmen kann.

Die gesetzliche Rente darfst du deshalb nur als das verstehen, was sie tatsächlich ist: eine von mehreren Säulen der Altersvorsorge. Wer also auch im hohen Alter noch gut leben möchte, muss sich weitere Säulen aufbauen.

Warum sich die frühe private Altersvorsorge besonders lohnt

Auch wenn du zu Beginn deines Arbeitslebens vielleicht noch nicht viel Geld verdienst, solltest du über die private Altersvorsorge nicht einfach hinweggehen. Denn anders als im Falle der gesetzlichen Rente wirst du hier für ein frühes Einsteigen besonders belohnt.

Dies liegt im so genannte Zinseszinseffekt begründet: Die private Altersvorsorge wird am Kapitalmarkt investiert. Das Investment wirft bestimmte Renditen ab. Diese Renditen werden automatisch reinvestiert und sorgen mit der Zeit – trotz gleichbleibender relativer Ertragssätze – für höhere absolute Gewinne. Es kommt zu einem exponentiellen Wachstum der Geldsumme. Die Zinsen bauen immer weiter aufeinander auf. Nicht umsonst wird der Zinseszinseffekt teilweise auch als das achte Weltwunder bezeichnet.

Je früher du also investierst, desto niedriger kann die absolute Sparrate sein. Beim Eintritt in den Ruhestand hast du trotz derselben eingezahlten Beträge mehr Geld zur Verfügung als jemand, der sich erst viele Jahre später mit der privaten Altersvorsorge beschäftigt hat.

Welche Altersvorsorge empfiehlt sich für junge Berufseinsteiger?

Junge Berufseinsteiger haben oft nur einen vagen Überblick über die zahlreichen Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge. Dabei muss es nicht allzu kompliziert sein: Ein Produkt kann völlig ausreichen. Wichtig ist nur, dass du langfristig am Ball bleibst und nicht nach kurzer Zeit wieder aufhörst, regelmäßig Geld einzuzahlen.

Für die private Altersvorsorge stehen weitaus mehr Produkte als nur das Sparbuch oder das Festgeldkonto zur Verfügung. Gerade in Zeiten niedriger Zinsen sind diese auch nicht wirklich empfehlenswert. Es gibt jedoch zahlreiche andere Finanzprodukte, die eine nachhaltige Absicherung im Ruhestand ermöglichen, dein Kapital vermehren und gleichzeitig deine jährliche Steuerlast senken. Wer clever ist, startet so früh wie möglich und lässt das Geld einfach für sich arbeiten.

Schon seit vielen Jahren empfehlen Finanzexperten eine Kombination aus der Rürup-Rente und ETFs. Berufseinsteiger sind mit diesen Produkten besonders gut beraten. Schon mit einer Sparrate von nur 25€ kannst du so mehr als 125.000€ für ein komfortables Leben im hohen Alter ansparen. Du musst jedoch früh beginnen. Jedes Jahr der Verzögerung kann dich später tausende Euro kosten.

Späteinsteiger? Kein Problem.

Doch auch wenn du bereits ins Hintertreffen geraten bist, brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Es ist nie zu spät, um mit der privaten Altersvorsorge anzufangen. Du solltest nur deine Erwartungen anpassen. Je später du mit dem Sparen anfängst, desto niedriger werden die insgesamten Kapitalerträge ausfallen.

Du musst dich also entweder mit weniger Geld im Ruhestand abfinden oder regelmäßig mehr Geld einzahlen. Letzteres dürfte jedoch deshalb kein so großes Problem sein, weil auch dein Einkommen mit den Jahren steigt. Insofern wirst du in absoluter Hinsicht immer noch mehr investieren müssen als ein junger Berufseinsteiger. Das relative Verhältnis der Sparrate zu deinem Einkommen wird jedoch nicht beträchtlich höher sein.

Was Berufseinsteiger in ihren 20ern für einen komfortablen Ruhestand tun können
Um später einmal komfortabel in den Ruhestand gehen zu können, sollten junge Berufseinsteiger einige Tipps beachten. Denn obwohl sie sich dank des ersten eigenen Jobs in einer völlig neuen finanziellen Lage befinden, drohen zahlreiche Fallstricke. Finanzplaner geben vor allem diese fünf Ratschläge:

  1. Schulden begleichen
    Gerade junge Menschen in ihren 20ern nehmen häufig eine große Menge an Schulden auf. Mit dem Geld wird zumeist ein Hausbau oder ein Wohnungskauf finanziert. Bei hinreichendem Einkommen und einer seriösen Tilgungsplanung ist daran zunächst einmal nichts auszusetzen. Doch Schulden bringen leider immer auch ein gewisses Risiko mit sich. Insbesondere können steigende Zinsen die Erträge des Investments in die private Altersvorsorge wieder vernichten. Deshalb sollten junge Menschen im ersten Schritt möglichst all ihre Schulden begleichen. Wer sich eine vollständige Tilgung noch nicht leisten kann, sollte wenigstens auf einen gebundenen und niedrigen Zinssatz achten. Im Zweifel ist auch eine Umschuldung in Erwägung zu ziehen.
  2. Risiken absichern
    Je älter man wird, desto mehr Risiken eröffnen sich. Das gilt zunächst in gesundheitlicher Hinsicht: Jeder junge Mensch sollte über eine gute Kranken-, Pflege- und Berufsunfähigkeitsversicherung verfügen. Hier sollte nicht immer gleich der günstigste Tarif gewählt werden, sondern ein solcher, der bestmöglich auf die individuelle Lebenssituation Rücksicht nimmt. Darüber hinaus muss nunmehr auch eine Vielzahl an materiellen Gütern abgesichert werden. Insbesondere die eigene Immobilie sollte über einen umfassenden Versicherungsschutz verfügen. Ansonsten drohen unangenehme Nachteile im Alter.
  3. Sparbetrag festlegen
    Mit Blick auf die private Altersvorsorge sollten sich junge Menschen so früh wie möglich auf einen festen Sparbetrag festlegen. Diese Festlegung dient einerseits der Selbstbindung und ermöglicht andererseits eine seriöse Planung für die Zukunft. Insbesondere kann ermittelt werden, ob und inwieweit noch Rentenlücken bestehen. Je früher der monatliche Sparbetrag bestimmt wird, desto effektiver kann flexibel nachgesteuert werden. Zusätzlich gilt: Steigt das Einkommen, sollte auch der Sparbetrag steigen. Nur so kann durch die private Altersvorsorge der eigene Lebensstandard nachhaltig abgesichert werden.
  4. Art der Vorsorge festlegen
    Ist der feste Sparbetrag bestimmt, so gilt es, sich für eine Art der Vorsorge zu entscheiden. Zahlreiche Experten empfehlen – wie bereits beschrieben – eine Kombination aus der Rürup-Rente und ETFs. Hier ist das Verhältnis der potenziellen Rendite zum Risiko des Investments besonders günstig. Junge Menschen können sich aber natürlich auch für eine andere Art der Vorsorge entscheiden. Stets ist jedoch zu prüfen, ob diese effektiv Gebrauch vom Zinseszinseffekt macht. Denn eine Art „zweite gesetzliche Rente“ kann für eine seriöse Altersvorsorge nicht ausreichen.
  5. Flexibel bleiben
    Zuletzt müssen junge Menschen natürlich flexibel bleiben. Insbesondere sollten sie auf Einkommenssteigerungen stets mit einer Erhöhung der Sparrate reagieren. Darüber hinaus ist aber auch eine regelmäßige Evaluation der eigenen Altersvorsorge von großer Bedeutung. Gerade mit Blick auf die Höhe der gesetzlichen Rente gibt es aktuell viele Unwägbarkeiten. Sinkt das Rentenniveau weiter ab, müssen die Einzahlungen in die private Altersvorsorge entsprechend erhöht werden. Nur wer immer ein Auge auf die verschiedenen Entwicklungen hat, kann später komfortabel in den wohlverdienten Ruhestand gehen.

Fazit

Willst du im Alter gut leben, musst du so früh wie möglich verstehen, dass die gesetzliche Rente allein nicht ausreicht. Die immer größer werdende Rentenlücke kann jedoch mit einer seriösen privaten Altersvorsorge gut aufgefüllt werden. Es gilt: Je früher du einsteigst, desto besser. Wer schon von Beginn seines Berufslebens an regelmäßig Geld einzahlt, kann besonders stark vom Zinseszinseffekt profitieren. Junge Menschen wie dir gewähren die Anbieter häufig attraktive Boni und günstige Konditionen als Belohnung für das vorausschauende Denken. Dank weniger finanzieller Verpflichtungen ist es gerade im jungen Alter leicht, regelmäßig ein bisschen Geld zur Seite zu legen. Wenn dir das nötige Know-How fehlt, kann dir ein Finazplaner bei der Erstellung eines Vorsorgeplans assistieren.

Fange deshalb noch heute an! Die Berechnung der individuellen Rentenlücke und ein erster Tarifvergleich sind dabei die wichtigsten Schritte hin zu finanzieller Freiheit im Ruhestand. Die folgenden drei Schritte dauern nur etwa zwei Minuten und erlauben es dir, noch heute den Grundstein für eine nachhaltige private Altersvorsorge zu legen.

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