Immer mehr Menschen in Deutschland haben keine Ahnung wie man Geld anlegt

Autor CAPITAVA Autorenteam
Immer mehr Menschen in Deutschland haben keine Ahnung wie man Geld anlegt
  1. So erreichen Sie gut informiert Ihre Sparziele
  2. Welche Informationsquellen und Weiterbildungsangebote sind empfehlenswert?
  3. Welches Sparziel hat für die meisten Bürger oberste Priorität?
  4. Warum sollten sich Verbraucher immer selbst ein Bild von Finanzprodukten machen?
  5. Welche Rahmenbedingungen sind beim Sparen zu beachten?
  6. Warum ist Diversifikation beim Geldanlegen so wichtig?
  7. Wie lassen sich Transaktionskosten bei der Geldanlage verringern?
  8. Wieso sollen Sparer nicht nur in Deutschland investieren?
  9. Wer hilft Verbrauchern bei der Planung ihrer Finanzen und Anlagen?

So erreichen Sie gut informiert Ihre Sparziele

Der BdB (Bundesverband deutscher Banken) veröffentlichte im April 2019 die Ergebnisse einer Umfrage über das Verbraucherinteresse an Wirtschaftsthemen: Nur noch etwas mehr als ein Drittel aller Befragten gab an, sich für Finanzen und Wirtschaft zu interessieren. Zwei Jahre zuvor lag ihr Anteil noch bei knapp der Hälfte. Dieses weitverbreitete Desinteresse bewirkt ein Absinken des ökonomischen Bildungsniveaus mit gravierenden Folgen: Verbraucher sind immer weniger in der Lage, ihre heutige und künftige finanzielle Situation zutreffend einzuschätzen und auf dieser Basis sinnvolle Anlageentscheidungen zu treffen. So verdrängen viele Menschen die Notwendigkeit der privaten Altersvorsorge komplett – jeder sechste Bürger gibt an, nichts für den Ruhestand zurückzulegen und sich vollständig auf die staatliche Rente zu verlassen.

Wer Altersvorsorge betreibt, entscheidet sich zudem für Anlageformen mit geringer Verzinsung. Lediglich 14 Prozent der Bevölkerung setzt auf renditestarke Anlageprodukte wie Aktien und Fonds. Doch Sie haben heute vielfältige Möglichkeiten, Ihren Kenntnisstand zu optimieren und tragfähige Finanzkonzepte als Grundlage Ihrer Lebensplanung zu entwickeln. Bei der Geldanlage sollten Sie insbesondere die folgenden Regeln beachten, um nachhaltige Erfolge zu erzielen.

Welche Informationsquellen und Weiterbildungsangebote sind empfehlenswert?

Anleger sollte grundsätzlich nur Finanzprodukte fürs Sparen nutzen, die sie verstehen. Schon Aktien stellen in dieser Hinsicht für viele Verbraucher eine gewisse Herausforderung dar: Begriffe wie Börsenwert (Produkt aus Anzahl der Aktien und deren aktueller Bewertung), Dividenden (Gewinnausschüttungen) und Hauptversammlung (regelmäßiges Treffen der Anteilseigner, um wichtige Angelegenheiten zu beschließen) überfordern viele. Dabei existiert heutzutage eine riesige Vielfalt an Informationsmöglichkeiten, sodass für jeden Lerntyp das passende Format dabei ist.

Auf YouTube finden Sie spannend gemachte und leicht verständliche Videos, die Erklärungen für viele Finanzbegriffe bereitstellen. Außerdem lohnt es sich, die Homepage von Banken und Versicherungen sowie Verbraucherschutzorganisationen zu besuchen: Hier entdecken Sie Erläuterungen und Bewertungen aller gängigen Anlageprodukte. Vielleicht kommen auch interaktive Webinare für Sie infrage, bei denen Sie Experten Fragen zu verschiedenen Finanzthemen stellen können.

Neben einem soliden Grundlagenwissen sollten Sie sich täglich über die aktuellen Entwicklungen an den Finanzmärkten informieren. Zu diesem Zweck können Sie sich kurze TV-Sendungen ansehen, die meist im Zusammenhang mit Nachrichten ausgestrahlt werden. Auch Wirtschaftszeitungen und deren Online-Versionen halten Sie umfassend und zuverlässig auf dem Laufenden.

Welches Sparziel hat für die meisten Bürger oberste Priorität?

Viele Verbraucher sparen, um die Ausbildung der Kinder, den Traum vom eigenen Heim oder eine Fernreise zu finanzieren. Dabei vergessen sie eventuell, dass die finanzielle Absicherung ihres Alters ein absolutes Muss darstellt. Wegen der ungünstigen demografischen Entwicklung der Bevölkerungsstruktur wächst die Versorgungslücke kontinuierlich. Dieser Begriff bezeichnet den Abstand zwischen gesetzlicher Rente und dem letzten Nettoeinkommen beziehungsweise dem gewünschten Einkommen als Ruheständler.

Seriösen Berechnungen zufolge müssen Arbeitnehmer bei einem Sparbeginn im Alter von 25 Jahren über 20 Prozent ihres Bruttoeinkommens dafür auf die hohe Kante legen. Bürger, die erst mit 30 Jahren zu sparen anfangen, müssen dafür knapp ein Viertel Ihres Bruttogehalts aufwenden, mit 35 Jahren sind es sogar 28 Prozent.

Kaum ein Beschäftigter mit einem Durchschnittsgehalt ist in der Lage, eine derartig hohe Sparquote durchzuhalten. Um dennoch ein ausreichendes Polster für den Ruhestand anzusammeln, stehen Finanzprodukte mit großem Chancen- und Risikopotenzial zur Verfügung. In diesem Zusammenhang ist auch viel zu wenig bekannt, dass jeder Arbeitnehmer einen Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge hat. Sie kann einen wichtigen Beitrag zur Schließung der Versorgungslücke leisten.

Warum sollten sich Verbraucher immer selbst ein Bild von Finanzprodukten machen?

Pauschale Urteile greifen oft zu kurz, weil sie die individuellen Voraussetzungen und Wünsche von Sparern nicht in ausreichendem Maße berücksichtigen. Dies wird am Beispiel der Riester-Rente deutlich: Viele Experten raten von dieser Altersvorsorge ab. Jedoch bieten viele Riester-Verträge insbesondere kinderreichen Sparern und Personen mit hohen Einkommen aufgrund der großzügigen staatlichen Zulagen eine lohnende Verzinsung und weitere Vorteile. Dazu zählen die Absetzbarkeit der Beiträge von der Einkommensteuer sowie die staatliche Garantie für die eingezahlten Beiträge zuzüglich der Zulagen.

Welche Rahmenbedingungen sind beim Sparen zu beachten?

Um keine großen Enttäuschungen beim Sparen zu erleben, kommt es auf die angemessene Berücksichtigung des Umfelds an. Zurzeit müssen Anleger bei ihren Investments beachten, dass sie sich in einer lang anhaltenden Niedrigzinsphase befinden. Mit verzinslichen Sparformen, von Festgeld über Tagesgeld bis hin zu klassischen Sparbüchern, lassen sich keine lohnenden Renditen erzielen.

Warum ist Diversifikation beim Geldanlegen so wichtig?

Jeder Spieler weiß, dass er ein hohes Risiko eingeht, wenn er alles auf eine Karte setzt. Das Gleiche trifft auf Geldanlagen zu: Auch ihre künftige Entwicklung ist ungewiss und unterliegt verschiedenen Gefahren. Indem Sie Diversifikation betreiben und Ihr Kapital auf unterschiedliche Anlageformen verteilen, verringern Sie dieses Risiko.

Die Streuung sollte dabei über zahlreiche Anlageklassen erfolgen. So sind Sie in Krisensituationen gut aufgestellt und müssen keinen Totalverlust Ihrer Ersparnisse befürchten. Konkret folgt aus dieser Regel, dass Sparer beispielsweise einen bestimmten Prozentsatz ihres Anlageportfolios in Aktienfonds investieren, einen anderen in Unternehmens- und Staatsanleihen und einen weiteren in Immobilien- oder Rohstofffonds.

Wie lassen sich Transaktionskosten bei der Geldanlage verringern?

Für jeden Kauf und Verkauf von Wertpapieren fallen Gebühren an. Auch der Erwerb von anderen Finanzprodukten wie beispielsweise Lebens- oder Rentenversicherungen oder Riester-Verträgen ist mit Kosten verbunden. Sie sollten sich vor dem Abschluss eines derartigen Vertrages stets informieren, wie hoch diese ausfallen. Idealerweise holen sich Verbraucher mehrere Angebote von unterschiedlichen Banken, Versicherungen und anderen Finanzorganisationen ein und vergleichen die Konditionen. Darüber hinaus sollten Sie sich nie von Beratern bedrängen lassen, schnell eine angeblich günstige Kaufgelegenheit zu nutzen. Oft handelt es sich bei diesen Aufforderungen um eine geschickte Verkaufsstrategie. Sie soll verhindern, dass Kunden ihre Anlageentscheidung überdenken oder kritische Fragen stellen.

Darüber hinaus verursacht ein häufiges Umsatteln von einem Finanzprodukt zum anderen unnötig hohe Transaktionskosten. Insbesondere Sparer mit einem langen Anlagehorizont können es sich leisten, vorübergehende, krisenhafte Entwicklungen in aller Ruhe abzuwarten. Das Gleiche gilt in noch größerem Umfang für kurzfristige Wertschwankungen an den Kapitalmärkten: Auf- und Abwärtsbewegungen an den Börsen sind bis zu einem gewissen Grad normal und stellen keinen Grund zur Beunruhigung dar.

Wieso sollen Sparer nicht nur in Deutschland investieren?

Chancen- und risikobewusste Anleger entscheiden sich sowohl für sichere als auch für renditestarke Finanzprodukte mit einem höheren Gefahrenpotenzial. Spareinlagen von deutschen Banken und deutsche Staatspapiere bieten wenig Zinsen, aber ein Höchstmaß an Sicherheit. Doch beim Kauf von Aktien und Fondsanteilen vergeben Sie attraktive Renditeaussichten, falls Sie sich auf deutsche Werte beschränken. So sind beispielsweise im DAX keine Tech-Konzerne vertreten, die wegweisende Innovationen vorantreiben.

Derartige Unternehmen wie Alphabet (Mutterkonzern von Google), Tesla, Microsoft oder Apple haben ihren Sitz in den USA. Von deren ausgezeichneten Wachstumschancen profitieren nur Investoren, die deren Aktien beziehungsweise international orientierte Fonds kaufen, in denen sie enthalten sind.

Wer hilft Verbrauchern bei der Planung ihrer Finanzen und Anlagen?

In begrenztem Umfang unterstützen Sie Banken, Versicherungen und andere Finanzorganisationen bei dieser Aufgabe. Dabei sollten Sie stets im Hinterkopf haben, dass diese Berater Anlageprodukte verkaufen möchten. Sie erhalten beispielsweise für den Abschluss von kapitalbildenden Lebensversicherungen oder Sparplänen für die Altersvorsorge Provisionen. Wer Wert auf eine unabhängige und kompetente Beratung legt, kann den Service von Honorarberatern in Anspruch nehmen. Diese Fachleute bekommen keine Abschlussprovisionen, sondern ein im Vorhinein fest vereinbartes Honorar. Fazit: Die eingehende Beschäftigung mit der Geldanlage macht Spaß und lohnt sich: Sie ermöglicht Ihnen, Ihr Sparkapital zielorientiert zu investieren und Renditechancen zu nutzen. Auf diese Weise schaffen Verbraucher es mit großer Wahrscheinlichkeit, eine auskömmliche private Altersvorsorge zu bilden.

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