Vermögensaufbau mit Aktiv- oder Passivfonds

Autor CAPITAVA Autorenteam
Vermögensaufbau mit Aktiv- oder Passivfonds

Anleger haben die Wahl zwischen Aktienfonds mit und ohne Fondsmanagement. Erfahren Sie hier, welche Chancen und Risiken die beiden Fondskonzepte aufweisen!

Die anhaltend niedrigen Zinsen für Spareinlagen machen das Anlegen in Aktienfonds attraktiv: Dieses Investment eröffnet die Chance auf lohnende Renditen bei erhöhtem, aber meist überschaubarem Verlustrisiko. Vielleicht interessieren auch Sie sich für diese Anlageform, um Ihre mittel- bis langfristigen Sparziele zu erreichen. Dann stehen Sie vor der Wahl, ob Sie Anteile von aktiv gemanagten oder Passiv-Fonds kaufen sollen. Beide Fondsvarianten bieten spezifische Vor- und Nachteile.

Was ist ein ETF?

ETF (Exchange Traded Fund oder auf Deutsch börsengehandelter Fonds) wird als Synonym für Passivfonds verwendet. Diese Fonds spiegeln in Bezug auf ihre gewichtete Zusammensetzung einen bestimmten Börsenindikator wider.

ETFs eignen sich hervorragend für Anleger, die nicht viel Zeit oder Interesse haben, sich mit den Entwicklungen an den Kapitalmärkten zu beschäftigen: Um Ihr Investment in einen Passivfonds zu kontrollieren, reicht es vollkommen aus, den zugrunde liegenden Index zu beobachten. Dagegen sind ein erhebliches zeitliches Engagement und einiges Fachwissen erforderlich, um mit einzelnen Aktien Anlageerfolge zu erzielen. Aus diesem Grund schneiden Passivfonds im Hinblick auf Transparenz ausgezeichnet ab.

Welche weiteren Vorteile weisen ETFs auf?

Die Zusammenstellung beziehungsweise Verwaltung von Passivfonds gestaltet sich denkbar einfach. Aufwendige Analysen des Marktes und die Überprüfung lohnender Anlagechancen sowie die laufende Überwachung des Fondsportfolios sind im Gegensatz zu Aktivfonds nicht erforderlich. Die Emittenten (Herausgeber) von Passivfonds berechnen dementsprechend niedrige Gebühren. Dies gilt sowohl für die Ausgabeaufschläge als auch für die jährlichen Verwaltungsgebühren. So verlangen zahlreiche Passivfonds keinerlei Gebühren für die Ausgabe der Anteile und stellen für die Verwaltung lediglich Kosten zwischen 0,2 und 0,5 Prozent in Rechnung.

Wenn Sie dagegen aktiv gemanagte Fonds kaufen möchten, müssen Sie mit Ausgabeaufschlägen von bis zu 6 Prozent und jährlichen Verwaltungsgebühren zwischen einem und zwei Prozent rechnen. Diese Kosten mindern direkt Ihre Rendite und müssen durch höhere Wertsteigerungen des Fonds ausgeglichen werden.

Auf welche Weise bilden Passivfonds einen Index ab?

ETFs können einen Index direkt nachbilden, indem sie Aktien an den im Börsenbarometer enthaltenen Gesellschaften kaufen. Diese Nachbildungsmethode wird als physisch replizierende bezeichnet.

Alternativ können Passivfonds die Struktur eines Index auf synthetische Weise mithilfe von Swaps kopieren. Swaps sind Finanzinstrumente, die Zahlungsströme in Abhängigkeit von bestimmten Werten (in diesem Fall von einem Aktienindex) abbilden. Die Abweichung vom Index wird mithilfe des sogenannten Tracking Errors (Nachbildungsfehler) gemessen: Je niedriger dieser Wert ausfällt, desto genauer bildet der ETF das jeweilige Börsenbarometer ab.

Welche Verlustgefahren sind mit Passivfonds verbunden?

Aus dem Konzept der ETFs ergibt sich unmittelbar, dass sie ausschließlich bei einer positiven Marktentwicklung zu Gewinnen führen können. Über einen ausreichend langen Betrachtungszeitraum erfüllen Aktienmärkte meistens, aber nicht immer diese Voraussetzung. In diesem Zusammenhang sollten sich kritische Anleger die verschiedenen Börsenkrisen der Vergangenheit ins Gedächtnis rufen, bei denen es zu einer gigantischen Kapitalvernichtung kam.

So platzte beispielsweise im Jahr 2000 die sogenannte Dotcom-Blase. Dabei handelte es sich um eine große, durch unrealistische Spekulationen verursachte Überbewertung von Unternehmen aus der New Economy (aufstrebende Firmen, deren Geschäftsmodell auf dem Internet basierte). In Folge dieser Krise verlor der deutsche DAX (vorübergehend) gegenüber seinem Höchststand mehr als 70 Prozent an Wert. Wer auf dem Höhepunkt des Hypes Anteile an einem auf dem DAX basierenden Passivfonds gekauft hatte, machte entsprechende Verluste. Grundsätzlich erweisen sich Indexfonds als wenig empfehlenswert, wenn Anleger eine Seitwärtsbewegung (auf der Stelle tretende Kurse) oder sogar einen länger anhaltenden Abschwung erwarten.

Welche Merkmale zeichnen aktiv gemanagte Fonds aus?

Das Ziel der Fondsmanager besteht darin, mit ihren Anlageentscheidungen den relevanten Index zu schlagen. So versuchen beispielsweise Aktienfonds, die deutsche Blue Chips enthalten, höhere Kursgewinne als der DAX zu erreichen. Als Blue Chip oder Standardwerte bezeichnen Fachleute Aktien von bedeutenden Unternehmen, die eine hohe Marktkapitalisierung (Wert der Aktien multipliziert mit der Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien) und hohe Umsätze sowie eine starke Position in ihrem jeweiligen Absatzmarkt aufweisen.

Als besonders aussichtsreich gilt die Strategie, Wachstumswerte zu kaufen, bevor diese besonders vielversprechenden Aktien in einen Index aufgenommen werden. Diese Möglichkeit steht Passivfonds nicht zur Verfügung. Mit diesen Käufen profitiert das Fondsmanagement von den Kurssprüngen, die häufig aus der Aufnahme in ein bekanntes Börsenbarometer resultieren.

Welche besonderen Risiken weisen Aktivfonds auf?

Nur wenn ein Aktivfonds die Entwicklung der Benchmark (Vergleichswert) in Form des relevanten Index deutlich schlägt, sind diese empfehlenswert. Dabei ist zu berücksichtigen, dass diese Fonds auch die ihren Anteilseignern berechneten Ausgabeaufschläge und Verwaltungsgebühren erwirtschaften müssen.

Dies gelingt jedoch nicht in jedem Fall: Immer wieder machen Aktienfonds Schlagzeilen, die dieses Ziel deutlich verfehlen. Sie entwickeln sich schlechter als der Index. Wenn Sie Anteile an derartigen Fonds halten, erzielen Sie zum einen niedrigere Renditen, als sie Passivfonds bieten. Zum anderen zahlen Sie hohe Gebühren für diese Fonds.

Für Anleger erweist es sich als relativ schwierig und aufwendig, die Zusammensetzung von aktiv gemanagten Fonds zu verfolgen. Entsprechende Informationen lassen sich über Fachmedien beschaffen, weisen jedoch regelmäßig eine Zeitverzögerung auf. Aus diesem Grund müssen Investoren großes Vertrauen in die Kompetenz des Fondsmanagements haben.

Außerdem sollten Sie beachten, dass sich die Zusammensetzung und oft sogar die Strategie von aktiv gemanagten Fonds laufend ändert. Aus diesem Grund ist es nicht möglich, aus den Anlageerfolgen der Vergangenheit auf eine positive Wertentwicklung in der Zukunft zu schließen. Diese Tatsache belegen auch Misserfolge, die der legendäre Starinvestor Warren Buffet gelegentlich mit seinem Berkshire Hathaway Fonds zu verzeichnen hat. Beispielsweise konnte er im Verlauf des Jahres 2019 keine nennenswerten Gewinne verbuchen, während der Vergleichswert, der Standard & Poors 500 Index, im gleichen Zeitraum eine Wertsteigerung von deutlich mehr als 10 Prozent erreichte. Prinzipiell ist zu beachten, dass der Zielkonflikt von Rendite und Sicherheit auch für Aktivfonds gilt: Höhere Gewinne gehen bei Finanzprodukten immer mit größeren Verlustgefahren einher. Da aktiv gemanagte Fonds eine größere Wertsteigerung als der vergleichbare Index erreichen wollen, implizieren sie höhere Risiken als Passivfonds.

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