Wie Jugendliche und junge Erwachsene sich über das Thema Geld informieren

So investieren Millennials/17. Dezember 2019
Autor CAPITAVA Autorenteam
Wie Jugendliche und junge Erwachsene sich über das Thema Geld informieren
  1. So optimieren junge Erwachsene ihr Finanzwissen
  2. Wie informieren sich junge Erwachsene über Geldangelegenheiten?
  3. Welche Vor- und Nachteile bietet YouTube in dieser Hinsicht?
  4. Welche weiteren Informationsangebote stehen bei jungen Erwachsenen hoch im Kurs?
  5. Wie ist es um den Stand der finanziellen Bildung junger Verbraucher bestellt?
  6. Welche Rolle spielt die schulische Bildung?
  7. Warum ist es gerade heute so wichtig, sich in Finanzdingen gut auszukennen?
  8. Welche Bedeutung hat die Altersvorsorge für junge Leute?
  9. Wie kann finanzielle Bildung den Immobilienkauf erleichtern?
  10. Fazit

So optimieren junge Erwachsene ihr Finanzwissen

Junge Verbraucher nutzen souverän die innovativen Bezahlverfahren wie PayPal, Amazon Payment, Clickandbuy oder mobiles Bezahlen mit dem Handy. Vielleicht ziehen Sie aus dieser Tatsache die Schlussfolgerung, dass diese Bevölkerungsgruppe besonders gut über Finanzthemen informiert ist. Damit liegen Sie nur zum Teil richtig: Aktuelle Untersuchungen belegen, dass viele junge Leute einige Wissenslücken in diesem Bereich haben und sich dessen auch bewusst sind. Digitale Medien eröffnen ihnen die Möglichkeit, sich effizient und auf unterhaltsame Weise fortzubilden.

Wie informieren sich junge Erwachsene über Geldangelegenheiten?

Die Comdirect Studie wurde im Jahr 2019 zur Untersuchung dieser Fragestellung durchgeführt. Sie basiert auf der Befragung von 1.600 jungen Leuten im Alter von 16 bis 25 Jahren. Sie belegt, dass sich junge Erwachsene in erster Linie mithilfe des Internets über Finanzthemen informieren. Vor allem YouTube übernimmt für junge Leute in zunehmendem Umfang die Funktion eines umfassenden Informationsmediums. Heute suchen bereits 20 Prozent der Jugendlichen auf der Videoplattform Unterstützung in finanziellen Angelegenheiten – die Tendenz ist stark steigend.

Welche Vor- und Nachteile bietet YouTube in dieser Hinsicht?

Anders als in klassischen Print- und Audio-Medien können Nutzer sich auf YouTube ganz gezielt über Fragen informieren, die für sie relevant sind. Tutorials und Ratgeber sind zu jedem denkbaren Thema verfügbar, auch aus dem Finanzbereich. Ob es um das Riester-Sparen oder die Finanzierung eines Eigenheims geht, hier finden User Antworten. 15 Prozent der befragten Studienteilnehmer nutzen beispielsweise Webinare, in denen Finanzwissen vermittelt wird. Auch Blogs erfreuen sich einer stetig steigenden Beliebtheit. Allerdings weisen die dort veröffentlichten Beiträge je nach Verfasser eine vollkommen unterschiedliche Qualität auf. Sie reicht von der leicht verständlichen Vermittlung von profundem Expertenwissen bis hin zur Verbreitung von kruden Verschwörungstheorien und Vorurteilen. Eine Kontrolle der Inhalte, wie sie in etablierten Medien durch die Redakteure üblich ist, findet in vielen Fällen nicht statt.

Welche weiteren Informationsangebote stehen bei jungen Erwachsenen hoch im Kurs?

Lediglich ein Viertel aller jungen Menschen liest regelmäßig Zeitungen oder Zeitschriften. Dies wird zum Teil durch die Internetauftritte von Printmedien ausgeglichen, immerhin die Hälfte aller Befragten nutzt diese Angebote. Allgemein zeigen sich junge Männer aktiver auf Internetkanälen als Frauen. Über 40 Prozent der Befragungsteilnehmer nutzen soziale Medien wie Facebook und Twitter, um sich über Geldangelegenheiten auszutauschen. Der Rat der Eltern oder anderer älterer Personen beziehungsweise Experten ist immer noch gefragt. Der Studie zufolge sprechen junge Leute, vor allem Frauen (über 40 Prozent), bevorzugt mit ihren Eltern oder Bankberatern über Finanzprodukte.

Wie ist es um den Stand der finanziellen Bildung junger Verbraucher bestellt?

Die Ergebnisse der Studie im Hinblick auf das Wissen der Befragten fallen gemischt aus: Knapp jeder Zweite wusste, was sich hinter der Abkürzung „DAX“ verbirgt, oder welche Bedeutung der Begriff „Rendite“ hat. Etwas besser sieht es bei der Erklärung des Ausdrucks „Inflation“ aus: Hier waren zwei Drittel der Befragten in der Lage, eine zutreffende Erklärung für diesen Ausdruck zu geben.

Welche Rolle spielt die schulische Bildung?

Die Teilnehmer der Studie sehen vor allem die Schulen in der Verantwortung für ihre nicht vorhandenen Kenntnisse. Sie sind der Auffassung, dass weiterführende Schulen ihrem Bildungsauftrag in dieser Hinsicht nicht ausreichend nachkommen. Bei der Vergabe von entsprechenden Noten existieren deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern: Am schlechtesten schneidet Niedersachsen mit einer 3,7 ab, während das Saarland und Baden-Württemberg mit jeweils einer 3,0 das beste Ergebnis erreichen.

Über 90 Prozent der befragten Jugendlichen geben den Wunsch an, dass ein eigenes Schulfach „Finanzen“ in den Lehrplan aufgenommen werden sollte. Eine vom deutschen Bankenverband im Jahr 2018 unter 650 Jugendlichen im Alter zwischen 14 bis 24 Jahren durchgeführte Studie kam zu einem ähnlichen Ergebnis: 84 Prozent der Teilnehmer forderten, dass ökonomische Lerninhalte im Schulunterricht intensiver behandelt werden. In diesem Zusammenhang wird auch deutlich, welche Relevanz ausreichende mathematische Fertigkeiten haben: Die Beherrschung von Prozentrechnung und Dreisatz bildet die Voraussetzung, um einfache Zinsberechnungen oder Renditevergleiche durchzuführen.

Warum ist es gerade heute so wichtig, sich in Finanzdingen gut auszukennen?

Anders als viele Medienberichte behaupten, spart ein Großteil der jungen Leute regelmäßig. Im Schnitt legen Jugendliche jeden dritten Euro zur Seite. Als Sparziele geben sie größere Anschaffungen oder den Aufbau eines finanziellen Polsters für Notfälle an.

Doch die Unsicherheit in Bezug auf andere Sparzwecke und geeignete Anlageformen ist groß. Die Europäische Zentralbank (EZB) führt nach Auffassung vieler Beobachter ihre Niedrigzinspolitik noch über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte fort. Damit setzt sie schwierige Rahmenbedingungen für Sparer: Mit Anleihen europäischer Staaten oder verzinslichen Einlagen bei Banken im Euroraum lassen sich keine nennenswerten Renditen erzielen. Sie liegen in der Regel deutlich unter der Inflationsrate.

Aus diesem Grund ist es für den realen Kapitalerhalt (Bewahrung der Kaufkraft des gesparten Geldes) erforderlich, auf andere Anlageformen zu setzen. Unter anderem kommen für diesen Zweck Aktien- und Immobilienfonds oder Unternehmensanleihen infrage.

Die Kehrseite der höheren Renditechance besteht in größeren Verlustgefahren. Sparer mit ausreichenden Kenntnissen über Finanzprodukte und die Kapitalmärkte sind in der Lage, die Ertragsaussichten und Risiken angemessen einzuschätzen. Anleger in jungen Jahren können prinzipiell auf renditestarke Anlageformen einer höheren Risikoklasse setzen. Ihr zeitlicher Anlagehorizont ist lang genug, um den Ausgleich von ungünstigen Entwicklungen zu ermöglichen.

Welche Bedeutung hat die Altersvorsorge für junge Leute?

Private Altersvorsorge stellt für die junge Generation ein absolutes Muss dar: Ihre Ansprüche auf Zahlungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung werden aller Voraussicht nach viel geringer ausfallen als die der heutigen Senioren. Die Überalterung der Bevölkerung führt im umlagefinanzierten deutschen Rentensystem zu einem starken Absinken der Bezüge.

Junge Beitragszahler von heute müssen davon ausgehen, dass ihre gesetzliche Rente später bestenfalls für eine Grundabsicherung ausreichen wird. Auf keinen Fall lässt sich damit der bisherige Lebensstandard annähernd aufrecht erhalten. Eine tragfähige Altersvorsorge sollte ein ausgewogenes Chancen-Risiken-Verhältnis besitzen, das zur Risikoeinstellung des Sparers passt. Verbraucher mit Basiskenntnissen im Finanzbereich können entsprechende Entscheidungen über die erforderliche Höhe ihrer Sparbeiträge sowie geeignete Anlageprodukte treffen.

Wie kann finanzielle Bildung den Immobilienkauf erleichtern?

Neben der privaten Altersvorsorge ist der Erwerb einer eigenen Immobilie ein wichtiges Sparziel für Verbraucher. Dass deutsche Haushalte hier einen erheblichen Nachholbedarf haben, belegt die im internationalen Vergleich sehr niedrige Quote an Hausbesitzern in Bezug auf die Gesamtbevölkerung: Sie liegt hierzulande bei nur 47,5 Prozent. In anderen europäischen Ländern besitzen deutlich mehr Bürger eigene vier Wände: Der Prozentsatz von Immobilieneigentümern liegt beispielsweise in Norwegen bei 81,5 Prozent, in Spanien bei 77,1 Prozent und in Italien bei 72,4 Prozent.

Die deutsche Quote verharrt seit vielen Jahren auf niedrigem Niveau, obwohl die günstigen Zinsen die Finanzierung einer Immobilie eigentlich erleichtern. Dabei geben drei von vier deutschen Konsumenten an, dass sie sich ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung wünschen. Tatsächlich geht die Zahl der jungen Immobilienerwerber sogar zurück.

Dass sich der Kauf von Wohneigentum lohnt, beweist das im Durchschnitt höhere Nettogesamtvermögen von Immobilienbesitzern: Es liegt bei 92.700 Euro, während Mieter es lediglich auf 28.200 Euro Sparkapital bringen. Die Vermutung liegt nahe, dass neben den gestiegenen Immobilienpreisen in Ballungsgebieten ein zu geringes Finanzwissen dieser Bevölkerungsgruppe den Kauf einer Eigentumswohnung oder eines Einfamilienhauses erschwert. Mit vorteilhafteren Anlageentscheidungen könnten sie mit ihren Ersparnissen eine höhere Rendite erzielen. Auf diese Weise benötigen sie weniger Zeit, um das für eine Immobilienfinanzierung erforderliche Eigenkapital aufzubringen. Darüber hinaus erweisen sich umfassende Informationen über die zur Verfügung stehenden Fördermöglichkeiten als hilfreich beim Kauf einer Immobilie.

Fazit

Junge Leute möchten mehr über Geldanlage und Finanzen wissen. Als junger Erwachsener können Sie Ihren Kenntnisstand durch die gezielte Nutzung hochwertiger Bildungsangebote deutlich verbessern. Diese Anstrengung lohnt sich, denn Sie hilft Ihnen dabei, Ihre (finanziellen) Lebensziele zu erreichen.

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